Drittelregel – Dogwood Photography Photochallenge

Dogwood Photography hat zur „52Week Photography Challenge for 2017“ aufgerufen! Jede Woche steht unter einem neuen Thema und soll Anregungen, Ideen und Herausforderungen zur Fotografie geben. Es wird in drei Kategorien unterteilt: Geschichten erzählen, Technik und Künsterische Freiheit. Die erste Woche stand unter dem Thema „Drittelregel“, auch bekannt als Goldener Schnitt oder Rule of Thirds. Continue reading „Drittelregel – Dogwood Photography Photochallenge“

Jahresrückblick 2016

2016 war für mich ein Jahr voller Hoch- und Tiefpunkten, wie es in einem Jahr so typisch ist. Im Mai hatte ich in Amerika meinen Abschluss bestanden, musste „Goodbye“ zu meinen Gasteltern, Freunden und Bekannten sagen und „Hallo“ zu meinen Eltern und Freunden in Deutschland. Vor allem habe ich nach 10 Monaten meinen Hund wieder gesehen und ich kann euch sagen, 10 Monate ohne Lotti vergingen wie im Flug!

Dennoch war die Rückkehr aus Amerika nicht das einzige Highlight in diesem Jahr. Gleich im Juni habe ich Lotti auf Prey Model Raw umgestellt und Fertigfutter den Rücken gekehrt. Wie wir füttern und wie es Lotta damit geht, seht ihr hier: BARF in Besser!. Bis jetzt bereue ich diesen Schritt kein Stück; die Futterkosten haben wir minimiert, Lotta geht es viel besser als vorher, sie ist agiler, freudiger und hat mehr Spaß am Leben und der Maulgeruch ist endlich besser!
Dann mussten Lotta und ich im Juni erstmal wieder zueinander finden. Das war manchmal ganz schön schwierig, weil ich von einem fetten, faulen Hund in Amerika zu einem waschechten Terrier nach Hause gekommen bin. Lotti hat aber zum Glück super gehört und ich musste auch nicht viel an ihr herum erziehen, so dass sie schon bald bei mir im Bett schlafen durfte – vorher unmöglich! Ich habe mein neues Objektiv ausprobiert, mich mit Lightroom abgefunden und viel fotografiert. Lotta und ich waren schwimmen, haben den Sommer genossen und es uns gut gehen lassen.

Im August ist sie dann auch schon sechs Jahre alt geworden! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Zum Geburtstag hat sie ganz kreativ eine Hasenpfote bekommen, mittlerweile eine ihrer Leibspeisen.

Kurz danach haben meine Mutter und ich einen Entschluss gefasst: Wir wollten ein Kleinunternehmen gründen! Nachdem wir uns auf einen Namen geeinigt haben, viel geübt haben und endlich den Gewerbeschein in der Hand hielten, ging es los. Qings & Queens ist ein ganz kleines Unternehmen, was uns beiden echt am Herzen liegt! Wir stellen Halsbänder, Leinen, Retrieverleinen und Accessoires für Mensch und Tier her, alle im maritimen Stil gehalten und robust und pflegeleicht.

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Lotta mit einem unserer Qings & Queens Halsbänder

Im Herbst zog dann das Nifty Fifty, das 50mm 1.8 Objektiv, bei mir ein. Damit habe ich den Indian Summer eingefangen und so langsam wurden meine Lightroomkenntnisse auch besser! Außerdem habe ich Ende Oktober meinen Führerschein bestanden und darf nun begleitet Auto fahren. Mit Lotta habe ich im Herbst den Wald für uns entdeckt. Lange Spaziergänge finden jetzt fast nur noch dort statt! Außerdem haben wir das „Such verloren“ wieder etwas verbessert, das ist während meiner Abwesenheit etwas eingerostet. Lotti hat immer noch etwas Probleme damit, aber nur, weil sie zu stur ist und mir den Gegenstand nicht anzeigen möchte!

Bei uns durfte in der Zeit auch ein Dörrautomat einziehen. Lotta bekommt einige Leckerli und da ich sehr darauf achte, dass diese ohne Getreide und Zucker sind, ging das nach kurzer Zeit sehr auf den Geldbeutel. Der Dörrautomat hat sich für uns jetzt schon gelohnt und ich möchte ihn nicht mehr missen. Industriefutter kommt uns jetzt gar nicht mehr ins Haus.

Im Winter ist mein kleines Lottchen zu einem Mantelhund mutiert! Ich hätte nie gedacht, dass Lotta jemals freiwillig einen Mantel tragen würde, aber es ist passiert! Unser Hurtta Mantel, den wir letztes Jahr bekommen haben, passt ihr perfekt und sie liebt ihn. Mollig warm ist ihr wohl doch lieber als frisch und windig! Lotti und ich waren viel spazieren, oft auch lange Strecken, und haben das Wandern lieben gelernt. Nachdem ich Lotti auch eine Wanderung mit meinem Biokurs mitnehmen durfte, konnten wir nicht mehr aufhören und das Wanderfieber hat uns gepackt! Extra dafür habe ich Lotta einen kleinen Rucksack gekauft, damit sie ihr eigenes Wasser mitnehmen kann und mich etwas unterstützt.

Außerdem waren meine Mama und ich auf einem Hundeweihnachtsmarkt und haben dort unsere Qings & Queens – Produkte ausgestellt und verkauft. Auch das war ein voller Erfolg!

Vor kurzem haben wir auch wieder mit dem Joggen angefangen, zusammen mit einer Freundin, und sind mittlerweile ganz gut geworden! Lottas Ausdauer war von Anfang an over the top, was mir sehr geholfen hat. Sie motiviert einen sehr sehr gut und zusammen laufen macht bekanntlich auch mehr Spaß als alleine!

In diesem halben Jahr sind Lotta und ich total zusammen gewachsen und ich möchte sie nicht mehr missen! Ich hoffe, dass all unsere und eure guten Vorsätze 2017 Wirklichkeit werden!

Paula

  • 31.12.2016

Die Lottakladde

Treat yourself!

Passend zur Weihnachtszeit habe ich letztens auch alte Kisten hervorgeholt. Wie viel Staub da herunter kam, unglaublich!

Mit dabei war auch mein kleines, schlaues Heft. Ich nenne es liebevoll „Lottakladde“, was eine schöne Umschreibung für Papierfetzen in einem Ordner ist. Aber so unheimlich praktisch! Nachdem ich die Kladde etwas aufgehübscht habe, macht sie jetzt tatsächlich etwas her!

Die Lottakladde ist eine Anhäufung von Rechnungen, Tipps und Informationen über Lotta, eine Wunschliste von Hundeartikeln (wie gesagt, es ist ja bald Weihnachten), Bildern und sonstiger Funde zum Thema Hund. Sogar eine Übersicht aller Themen aus Hundemagazinen habe ich!

Sie dient als mein persönlicher Heiliger Gral und ist mein Retter in der Not. Wenn ich nicht mehr weiß, was ich an Futter bestellen muss, gucke ich in die Kladde und schaue die alten Futterrechnungen durch. Gehen mir die Ideen für Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke aus, schaue ich ebenfalls dort hinein. Möchte ich einen kritischen Artikel zum Thema „Impfen“ lesen, suche ich in meiner Zeitungsübersicht. Ich gebe zu, besonders die ist in letzter Zeit absolut nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber trotzdem praktischer! Continue reading „Die Lottakladde“

Monatspfoto „Beste Freunde“

Diesmal machen wir auch beim Monatspfoto mit! Anja von Dunkelbunterhund stellt Blogger und Instagrammer jeden Monat eine neue Fotoaufgabe. Ich bewundere ganz oft die Bilder von vielen Teilnehmern und dieses Mal sind wir auch endlich dabei!

Das Thema für diesen Monat lautet

„Beste Freunde“! Continue reading „Monatspfoto „Beste Freunde““

Maulkorb Teil 1

Maulkörbe sind gefühlt ein No-Go in der Hundewelt. Fast keiner besitzt einen und hat der eigene Hund einen Maulkorb auf, wird man schief angeguckt, als ob man nicht in der Lage sei, seinen eigenen Hund zu erziehen. Jedes Mal, wenn Lotti einen Maulkorb trägt, muss ich mir doofe Sprüche anhören und einiges einstecken. Continue reading „Maulkorb Teil 1“

Das Ding mit der Fellpflege

Lotti ist ein rauhaariger Hund und benötigt dementsprechende Fellpflege. Zwar haart sie nicht, aber man muss sie regelmäßig bürsten. Alle drei bis vier Monate wird Lotta beim Züchter getrimmt und in der Zwischenzeit mindestens alle zwei Tage mit einem Trimmstriegel gepflegt.

Für Lotta gibt es nichts schlimmeres! Am liebsten würde sie wohl gar nicht gebürstet werden, aber bei zu viel Fell geht es ihr auch nicht gut und ihr ist schnell viel zu warm.

Gebürstet wird sie sowohl mit einer Wildschweinborstenbürste um die kleinen Knötchen zu entfernen, danach striegeln wir sie mit dem Trimmstriegel über.fell Der sorgt mit seinen vielen stumpfen Klingen dafür, dass sich das Haar darin verfängt und zieht die abgestorbene Unterwolle aus dem Fell. Rauhaariger Hunde schieben durchgängig Fell nach und haben keinen Wechsel von Sommer- zu Winterfell. Die Unterwolle wird abgestoßen und bleibt dann im ganzen Fell drin, weil die Masse an Haaren wie eine Art Schutzschild dient und nichts hindurch lässt. Schmutz und Wasser dringen nicht bis an die Haut durch, das Fell kommt aber auch nicht heraus. Aus diesem Grund darf man Hunde mit Unterwolle auch nicht scheren, die natürliche Schutzschicht des Fells würde gestört werden.

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Stumpfe Klingen sorgen für ein schmerzfreies Bürsten

Danach schneiden wir erstmal die Pfoten frei. Wir haben keine Pfotenschere, aber Lotta hält ihre Pfoten sehr still und geschnitten haben wir sie noch nie. Obwohl sie kitzelig ist! Meist gehen wir danach noch einmal mit dem Trimmstriegel drüber, weil Lotti wirklich viel Fell hat. Wenn uns der Sinn danach steht, schneiden wir ihre Ohren frei oder schneiden die Konturen nach. Lotta müssen wir auch jedes Mal die Zähne putzen, weil sie arg zu Zahnstein neigt, trotz regelmäßiger Knochen, gefrorenem Fressen und großen Stücken. Zum Putzen benutzen wir einfaches Kokosöl und eine Babyzahnbürste, eine normale ist für ihr Maul zu groß!

Anschließend feile ich ihre Krallen, momentan noch mit einer Nagelfeile, und dann gibt es ein Leckerli. Meist gehen wir gleich danach spazieren, damit sie all das Üble sofort wieder vergisst 😉

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Das Ergebnis nach zehn Minuten bürsten

Natürlich ist unser Pflegeprogramm nicht jedes Mal so ausführlich, aber mindestens zwei Mal die Woche machen wir die Krallen und die Zähne. Wenn Lotta getrimmt wird, duschen wir sie danach ab um das restliche Fell auszuwaschen. Geht Lotta in den Matsch oder stinkt, dann wird sie auch mal so unter die Dusche gestellt, schließlich schläft sie bei mir im Bett und da soll sie nicht so dreckig sein. Seit wir sie regelmäßig bürsten, ihr die Zähne putzen und die Krallen machen, wirkt sie viel gepflegter und auch hübscher. Dann macht man so etwas gerne!

Paula

  • 08.11.2016

Bin ich ein Helikopterfrauchen?

Midoggy hat vor kurzem zu einer neuen Blogparade aufgerufen. Das Thema: Helikopterfrauchen, also jemand, der ständig um seinen Hund herum scharwenzelt und immer und überall ein Auge auf ihn haben muss. Viele würden jetzt wahrscheinlich aufschreien und Widerworte einlegen, aber ich würde mich selber nicht als Helikopterfrauchen bezeichnen. Continue reading „Bin ich ein Helikopterfrauchen?“

Es geht auch ohne Leckerlis!

Wir haben im Sommer ein kurzes Experiment gemacht (Das Experiment 1.0 – Keine Leckerlies). Geplant war, dass wir einen Monat, also vier Wochen, komplett ohne Leckerlis auskommen. Um ehrlich zu sein, hatte ich so meine Zweifel. Lotta war sehr auf die Kekse fixiert, man hat gemerkt, dass die Kommandos ohne Bestechung nicht saßen und Lotta sie dann auch verweigert hat. Eine riesige Baustelle, denn man kann nicht immer Leckerli mitnehmen!

Also haben wir die Leckerli verbannt und uns mit anderen Methoden auseinander gesetzt. Zu Anfang hatte ich ganz häufig ein Spielzeug mit, damit ich Lotti belohnen konnte. Sobald mein Hund gemerkt hat, dass sie doch in irgendeiner Form bestätigt wird, hat der Rückruf und auch Sitz und Platz wieder deutlich zuverlässiger geklappt. Außerdem haben wir uns mehr und mehr in die „Ullimethode“ eingelesen, ein Antijagdtraining der anderen Art, und haben daraus eine Menge mitgenommen! Anstatt Leckerli oder Bällchen durfte Lotta Spuren hinterher, sich tote Tiere genauer angucken und immer wieder schnüffeln. Obwohl Lotta mittlerweile kein allzu großes Jagdproblem hat, hat sich das Buch für uns unheimlich gelohnt. Wir haben neue Anreize für Spaziergänge mitgenommen, denn auch das Antijagdtraining kommt fast komplett ohne Leckerli aus!

Nach und nach habe ich immer seltener etwas auf den Spaziergang genommen, weil ich Lotti mit den Spuren bestätigen konnte. Dadurch wurde Lotta auch auf den Spaziergängen viel kuscheliger und hat es richtig genossen, wenn ich sie als Bestätigung gekrault habe. Immer mal wieder haben wir uns Stöckchen gesucht und damit gespielt oder einfach Fangen gespielt, ganz ohne Spielzeug.

Irgendwann waren die vier Wochen um und ich war so von Lottas Gehorsam ohne Leckerli begeistert, dass ich einfach keine neuen Leckerli eingepackt habe. Wir sind immer noch hauptsächlich ohne Leckerli unterwegs, außer wenn ich Fotos machen gehe, dann haben wir meist welche dabei. Wobei, ich habe gerade 1,5kg Fleisch getrocknet, irgendwann muss Lotti das auch fressen… 😀

Aber unser Entscheidung steht fest, wir werden weiterhin ohne Leckerli spazieren gehen. Es gibt einfach so viele Alternativen, dass die Leckerli unnötig geworden sind! Außerdem fährt Lotti eh viel mehr auf Spielen ab, als auf öde Kekse!

Mein Lieblingshund

Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass der eigene Hund bei manchen nicht mehr ordentlich gewürdigt wird. Ob man ihn einfach nicht erwähnt, außen vor lässt oder auf Fremde den Eindruck macht, dass man seinen Hund nicht mehr mag, finde ich das schade!

Lotta ist nämlich mein allerliebster Lieblingshund, egal wie oft ich über sie schimpfe, meckere oder sie Dummhund nenne (gut, dass sie mich nicht versteht 😉 ).

Ich habe mir heute einfach 15 Minuten Zeit genommen, alles aufzuschreiben, was ich an ihr liebe und wofür ich ihr dankbar bin.

  1. Sie ist immer für mich da.
  2. Sie ist mindestens so experimentierfreudig wie ich. Möchte ich etwas Neues ausprobieren (im Moment ist es das Dummytraining) ist Lotta davon total begeistert und gibt ihr Bestes!
  3. Lotta ist ein totaler Morgenmuffel. Zum Glück! Vor 8 Uhr brauche ich mit ihr deshalb nie Gassi gehen!
  4. Lotti liebt es warm und kuschelig. Sie kuschelt sich auf dem Sofa oder im Bett immer ganz nah an mich dran und wärmt mich, besonders schön im Winter!
  5. Sie ist total unsensibel, genau wie ich.
  6. Lotta ist unkompliziert wie nichts gutes. Ob es um die Länge des Spazierganges geht oder einfach um das Futter, es ist ihr egal.
  7. Lotti achtet total auf mich. Beim Spazieren gehen fällt ihr Blick immer mehr auf mich, seitdem wir nach der Ullimethode Gassi gehen.
  8. Lotta ist nicht futterverrückt. Sie fängt zwar an zu betteln, wenn das Futter anwärmt, aber sie dreht nicht durch.
  9. Lotti pinkelt in den Garten. Manche finden das bestimmt eklig, aber das ist total praktisch, wenn sie mitten in der Nacht oder zum fünften Mal am Tag muss. Gassi gehen wir natürlich trotzdem.
  10. Mein Hund hat ein unheimlich praktisches Fell. Einmal die Woche ordentlich bürsten und sie haart kein Stück. Vergisst man das bürsten mal, fallen zumindest keine Haare auf den Boden.
  11. Lotzi ist unheimlich kooperativ. Sie sucht die Nähe zum Menschen und lässt sich auf alles ein.
  12. Arbeiten ist genau ihr Ding! Lotta muss gefordert und gefördert werden. Faul auf der Couch liegen ist nicht ihres
  13. Lotti säuselt im Schlaf. Unheimlich niedlich!
  14. Wenn ich nach Hause kommt freut sie sich ein Loch in die Mütze! Hat sie allerdings gerade geschlafen kommt sie angetapst und legt sich direkt vor mich um gekrault zu werden.
  15. Sie ist geduldig.
  16. Lotta verzeiht Fehler, auch in der Erziehung.
  17. Wenn man Lotti im Feld das Geschirr auszieht, freut sie sich so sehr, dass sie um einen herum sprintet und sich wälzt.
  18. Manchmal schlägt sie Purzelbäume beim Ballspielen.
  19. Lotti ist unheimlich hartnäckig und gibt nicht auf.
  20. Krault man sie hinter dem Ohr, dann dauert es nicht lange bis man ihr ganzes Köpfchen in der Hand hat!
  21. Sie spielt unheimlich gerne aggressiv. Lotta darf in unsere Hände beißen beim Spielen, allerdings nicht zu doll. Trotzdem dreht sie dabei unheimlich auf und liebt es! Mit einem leisen „Ist gut“ hört sie aber sofort auf.

15 Minuten sind so eine kurze Zeit, in der mir so viele Eigenschaften eingefallen sind, ich möchte gar nicht wissen, was zusammen kommen würde, wenn ich einen ganzen Tag nachdenke!

Was sind eure liebsten Eigenschaften bei eurem Lieblingshund? Was macht ihn unverwechselbar und besonders?

Ich würde mich freuen, wenn ihr auch darüber nachdenken würdet!

Der Dreh mit der Erziehung

Hundeerziehung ist alles andere als kinderleicht; das lernt man schon früh. Ebenso gibt es hunderte von Erziehungsratgebern, Tipps und sogar Foren und Facebookgruppen. Lotti und ich waren uns bis letztes Jahr auch nicht ganz einig, welcher Philosophie wir denn folgen wollen, denn egal wo man welches Bild postet, steht dort ein Terrier ohne Halsband und Leine, ist man sprachlos. Die hört aber gut, Mensch wie vorbildlich, Wie habt ihr das denn geschafft, sind Sätze, die wir fast jedes Mal zu hören bekommen. Oft wird man gefragt, nach welchem bekannten Hundetrainer man denn arbeite, ob Rütter, Cesar Millan oder etwas anderem.

Ganz ehrlich? Ich arbeite weder nach Millan, noch nach Rütter.

Cesar Millan, der „Hundeflüsterer“ arbeitet mit massiven Zwängen, er benutzt Würgehalsbänder und Druck bei seinen Hunden. Er setzt die Hunde unter enormen Stress, bedrängt sie und fordert das Fehlverhalten heraus, nur um den Hund dann zu maßregeln. Seine „Der Mensch ist Rudelführer“ Theorie hält sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen. Trotzdem feiert dieser Mann, den viele schon als Tierquäler bezeichnen, einen großen Erfolg, besonders in Amerika. Dort kann ich es allerdings verstehen, denn parieren die Hunde dort nicht, werden sie in die Shelters gebracht und eingeschläfert. Wie oft habe ich in meinem Auslandsjahr Geschichten von Hunden gehört, die weggegeben oder eingeschläfert wurden, weil sie nicht stubenrein waren, das Haus vor Fremden verteidigten oder einfach bellten. Bei den meisten Fällen lag es wahrscheinlich einfach an der fehlenden Auslastung. Wenn ein Terrier- oder Hütehundmischling in einen 10-Kinder-Haushalt zieht und einmal die Woche Gassi geführt wird, hat man früher oder später ein Problem. Dabei wollte man einen sportlichen Hund, damit man vielleicht mehr joggen geht! Wird der Hund für einen kurzen Zeitraum also massiv unter Druck gesetzt, damit er schnell lernt, ist das alles andere als ideal, aber die amerikanische Mentalität. Je schneller, desto besser. Oft geben Menschen ihren Hunde 3, vielleicht 4 Wochen, bis sie vorzeigbar und gut erzogen sind. In so kurzer Zeit kann man keinen Hund nachhaltig erziehen, aber durch die Verunsicherung und Angst hat man eine Chance.

In Deutschland hat man diese Ausrede allerdings nicht. Die Mentalität ist eine andere, ein Hund darf nicht ohne Grund eingeschläfert werden. Mittlerweile hat fast jedes noch so verschlafene Städtchen einen Hundetrainer, den man fragen und bei dem man sich Hilfe holen kann.

Martin Rütter ist der berühmteste deutsche Hundetrainer, selbst Nichthundehalter kennen ihn. Ob als Komedian, Hundetrainer oder Buchautor, jeder Hundehalter ist schon einmal über ihn gestolpert. Er setzt auf den Futterdummy, viele Leckerlies und Auslastung. Im Grundsatz überhaupt nicht schlecht, aber meiner Meinung nach muss man dem Hund auch mal sagen, was er falsch macht! Rütter arbeitet regelmäßig mit einer Sprühflasche voll Wasser und macht den Hund nass, alternativ auch mit einer Rütteldose oder Trainingsdiscs. Beides sind nicht zuordbare Reize, ähnlich eines Strom- oder Geruchshalsbandes. Der Hund erfährt Schmerz oder Schreck und weiß nicht woher. Ist der Halter nicht extrem zeitgenau erfährt der Hund auch nicht, welche Handlung genau falsch war. Macht der Hund etwas richtig, wird er mit Leckerlies vollgestopft. Was macht man, wenn einem die Leckerlies ausgehen? Hört der Hund dann nicht mehr? Natürlich muss alles kleinschrittig aufgebaut werden, aber die Leckerli sollten immer weiter ausgeschlichen werden! Ein Punkt, den leider viele „Hundeprofis“ überspringen.

Dass der Hund ausgelastet wird, ist ein großer Pluspunkt. Allerdings wird bei fast jedem Hund der Futterdummy eingesetzt. Leider hilft der nicht immer! Will der Hund den nicht annehmen, wird die Tagesration Futter nur noch über den Dummy gegeben, anstatt nach einer Alternative zu suchen. Vielleicht würde der Hund viel lieber schnüffeln oder raufen? Obwohl Rütter aus der Retrieverszene kommt, kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Jeder Hund ist anders, aber Rütter behandelt fast alle Hunde gleich! Sinnvoller wäre es, einen Hund nach seinen eigenen Interessen auszulasten und nicht nur nach Schema X. Lotti zum Beispiel findet einen Futterdummy zwar interessant, würde den aber kein Stück beachten, sollte vor ihr mal ein Feldhase hoch gehen. Mit einem „Such verloren“ hätte ich allerdings noch die Chance, sie wieder zu mir zu bekommen.

Viele Menschen sagen ihren Hunden nicht, was sie falsch machen. Sie nehmen es hin und sollte es sie mal nerven, dann ist Holland in Not.

Ist das den Hunden gegenüber fair?

Sollte man ihnen nicht sofort sagen, wenn sie etwas falsch machen, damit sie die Möglichkeit haben, es richtig zu machen?

Lotta kennt ihre Grenzen, trotzdem macht sie manchmal Fehler, genau wie ich. Gerade vorhin hat sie einen anderen Hund angebellt, obwohl sie weiß, dass das nicht in Ordnung ist. Wir haben das geübt und sie kennt es. In dem Moment habe ich ihr klar gemacht, dass das Anbellen immer noch doof ist und sie es sein zu lassen hat. Hätte ich sie machen lassen, würde sie es sich wieder angewöhnen und dazu tendieren, andere Hunde oft anzubellen. Wieso sollte ich erst reagieren, wenn sie es sich wieder angewöhnt hat? Ich hätte es ihr vorher schon sagen können. Ich hätte ihr die Möglichkeit geben MÜSSEN, ihr Verhalten sofort zu ändern, bevor es Gewohnheit wurde!

Macht doch nicht immer einen der tollen Fernsehprofis nach, hört auf euer Bauchgefühl!

Tut, was ihr für richtig haltet, egal ob ihr schiefe Blicke von anderen erntet!

Lasst euch von Wildfremden keine Erziehungstipps geben, überlegt selber und zieht eure eigenen Schlüsse!

  • 17.09.2016