Warum können Hunde so gut riechen?

Hunde riechen jeden herunter gefallenen Krümel des Abendbrotes, jedes Leckerli im hohen Gras, das Kaninchen im Maisfeld und die verlorene Person im Trümmerhaufen.

Aber weshalb können Hunde so viel besser riechen als wir?

Evolutionär betrachtet war der Wolf und später auch der Hund viel mehr auf die Nase angewiesen als der Mensch. Wo der Mensch lauert und auf das vorbeiziehende Wild gewartet hat, suchte der Wolf aktiv mit seiner außerordentlichen Nase nach Beutetieren. Dabei hatten Tiere mit einem besseren Geruchssinn (und etlichen weiteren Eigenschaften) eine höhere reproduktive Fitness – sie fanden mehr Beute, überlebten somit länger und konnten ihre Gene häufiger an die nächste Generation weitergeben. Die nächste Generation wies ebenfalls eine bessere Suchleistung auf und über die Jahrmillionen verbesserte sich die Nase des Wolfes kontinuierlich. Der Mensch hingegen war eher auf seine Augen, als auf seine Nase angewiesen, weshalb die Sehkraft des Menschen der des Hundes überlegen ist.

Ein Wolf benutzt die Nase aber nicht nur zum Auffinden von Beute. Wölfe kommunizieren untereinander auch über Gerüche. Jeder hat seinen Hund schon mal am Hintern eines anderen Hundes schnüffeln sehen! Dabei handelt es sich um eine Art der Kommunikation. Jeder Hund, Wolf, Mensch besitzt einen eigenen, unverwechselbaren Geruch, der oft sogar mit der menschlichen Nase wahrnehmbar ist. Dieser Geruch verrät irrsinnig viel über euch und euren Hund: Was hat das Gegenüber gefressen? Wie alt ist es? Welches Geschlecht hat es? Es verrät auch Emotionen, denn bei Gefühlsregungen werden Hormone freigesetzt, die der Wolf riechen kann. Eine weitere Art der olfaktorischen Kommunikation ist die Reviermarkierung. Wolfsrudel sind dafür bekannt, in der Freiheit ihre Reviergrenzen zu markieren. Stößt ein fremdes Wolfsrudel auf diese olfaktorische Barriere, erkennen sie ein fremdes Rudel. Anhand des Geruches können sie erkennen, ob es sich dabei hauptsächlich um Alttiere handelt, kranke Rudelmitglieder etc. Anhand der Information aus den Reviergrenzen entscheidet sich das fremde Rudel dann zum Rückzug bzw. Angriff.

Was macht die Hundenase so besonders?

Die Hundenase besteht aus insgesamt drei Systemen: Das primäre olfaktorische System, das Vomerosale Organ und das Trigeminale System. Ersteres ist für die meisten bewusst und unbewusst wahrgenommenen Geruchseindrücke verantwortlich, wohingegen das Vomerosale Organ anfällig für Pheromone ist (Pheromone sind Botenstoffe, die auf den Sexualtrieb des Hundes wirken). Das Trigeminale System identifiziert Kälte- und Schärfeeindrücke und schützt den Hund vor gefährlichen Gerüchen, indem es für einen kurzzeitigen, reflexartigen Atemstillstand sorgt.

Wie riecht der Hund?

Hunde riechen nicht einfach, wie wir Menschen. Sie können die Luft dreidimensional riechen, indem sie kontrolliert durch das linke bzw. rechte Nasenloch einatmen. Gelangt ein Geruch durch die Nasenlöcher in die Nase, wird der Geruch im Nasenvorraum verwirbelt. Vom Nasenvorraum aus gelangt der Geruch in die sogenannte Maxilloturbinale, ähnlich einem kleinen Labyrinth. Dort wird ein erster Geruchseindruck gewonnen, hauptsächlich dient sie aber der Erwärmung und Befeuchtung der eingeatmeten Luft. Von der Maxilloturbinale geht es für den Geruch weiter in die Ethmoturbinale. Das ist der geruchsempfindliche Teil der Hundenase. Wusste der Hund vorher, dass es sich bei dem Geruch um den Kuchen im Backofen handelt, kann der Hund jetzt differenzieren: Ist es ein Stück Mohnkuchen oder ein Hefezopf?  In der Ethmoturbinale befinden sich Zilien, kleine Fortsätze, die der Oberflächenvergrößerung dienen (die sehen ein wenig aus wie die Fransen eines Schnüffelteppichs!). Diese Zilien sind beweglich und bewegen sich durch die Strömungen der ein- und ausgeatmeten Luft. Somit tangieren sie eine möglichst hohe Anzahl an Geruchsmolekülen, um ein umfassendes Geruchsprofil zu erstellen.

Durch seine unglaubliche Nasenleistung ist der Hund in der Lage, vermisste Menschen aufzufinden, einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel festzustellen oder Migräneattacken vorherzusagen. Hunde sind zu fantastischen Leistungen fähig, die sollte man fördern und fordern! Lotti zum Beispiel liebt das Mantrailing oder das Such verloren. Kleinigkeiten zu suchen liebt sie und ermüdet sie enorm, denn Schnüffeln ist anstrengend. Was macht ihr am liebsten mit euren Hunden? Sind sie auch so tolle Sucher?

  • Paula
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