Ich liebe Lottis Jagdtrieb!

Auch wenn das manchmal ganz anders scheint und es oftmals verdammt anstrengend ist – ich liebe Lottas Jagdtrieb! Hört sich im ersten Moment total verrückt an, aber so ist es nun einmal. Überall lese ich von „Wie gewöhne ich meinem Hund das Jagen ab?“ und „Kann ich meinen Hund jemals laufen lassen?“. Meine Güte, liebe Leute, ihr habt einen waschechten Hund, womöglich noch einen Jagdhund, findet euch damit ab! Euer Hund wird niemals nicht jagen gehen!
Überraschend? Erschreckend? Beides?

Ja. Continue reading „Ich liebe Lottis Jagdtrieb!“

Es geht auch ohne Leckerlis!

Wir haben im Sommer ein kurzes Experiment gemacht (Das Experiment 1.0 – Keine Leckerlies). Geplant war, dass wir einen Monat, also vier Wochen, komplett ohne Leckerlis auskommen. Um ehrlich zu sein, hatte ich so meine Zweifel. Lotta war sehr auf die Kekse fixiert, man hat gemerkt, dass die Kommandos ohne Bestechung nicht saßen und Lotta sie dann auch verweigert hat. Eine riesige Baustelle, denn man kann nicht immer Leckerli mitnehmen!

Also haben wir die Leckerli verbannt und uns mit anderen Methoden auseinander gesetzt. Zu Anfang hatte ich ganz häufig ein Spielzeug mit, damit ich Lotti belohnen konnte. Sobald mein Hund gemerkt hat, dass sie doch in irgendeiner Form bestätigt wird, hat der Rückruf und auch Sitz und Platz wieder deutlich zuverlässiger geklappt. Außerdem haben wir uns mehr und mehr in die „Ullimethode“ eingelesen, ein Antijagdtraining der anderen Art, und haben daraus eine Menge mitgenommen! Anstatt Leckerli oder Bällchen durfte Lotta Spuren hinterher, sich tote Tiere genauer angucken und immer wieder schnüffeln. Obwohl Lotta mittlerweile kein allzu großes Jagdproblem hat, hat sich das Buch für uns unheimlich gelohnt. Wir haben neue Anreize für Spaziergänge mitgenommen, denn auch das Antijagdtraining kommt fast komplett ohne Leckerli aus!

Nach und nach habe ich immer seltener etwas auf den Spaziergang genommen, weil ich Lotti mit den Spuren bestätigen konnte. Dadurch wurde Lotta auch auf den Spaziergängen viel kuscheliger und hat es richtig genossen, wenn ich sie als Bestätigung gekrault habe. Immer mal wieder haben wir uns Stöckchen gesucht und damit gespielt oder einfach Fangen gespielt, ganz ohne Spielzeug.

Irgendwann waren die vier Wochen um und ich war so von Lottas Gehorsam ohne Leckerli begeistert, dass ich einfach keine neuen Leckerli eingepackt habe. Wir sind immer noch hauptsächlich ohne Leckerli unterwegs, außer wenn ich Fotos machen gehe, dann haben wir meist welche dabei. Wobei, ich habe gerade 1,5kg Fleisch getrocknet, irgendwann muss Lotti das auch fressen… 😀

Aber unser Entscheidung steht fest, wir werden weiterhin ohne Leckerli spazieren gehen. Es gibt einfach so viele Alternativen, dass die Leckerli unnötig geworden sind! Außerdem fährt Lotti eh viel mehr auf Spielen ab, als auf öde Kekse!

Der Dreh mit der Erziehung

Hundeerziehung ist alles andere als kinderleicht; das lernt man schon früh. Ebenso gibt es hunderte von Erziehungsratgebern, Tipps und sogar Foren und Facebookgruppen. Lotti und ich waren uns bis letztes Jahr auch nicht ganz einig, welcher Philosophie wir denn folgen wollen, denn egal wo man welches Bild postet, steht dort ein Terrier ohne Halsband und Leine, ist man sprachlos. Die hört aber gut, Mensch wie vorbildlich, Wie habt ihr das denn geschafft, sind Sätze, die wir fast jedes Mal zu hören bekommen. Oft wird man gefragt, nach welchem bekannten Hundetrainer man denn arbeite, ob Rütter, Cesar Millan oder etwas anderem.

Ganz ehrlich? Ich arbeite weder nach Millan, noch nach Rütter.

Cesar Millan, der „Hundeflüsterer“ arbeitet mit massiven Zwängen, er benutzt Würgehalsbänder und Druck bei seinen Hunden. Er setzt die Hunde unter enormen Stress, bedrängt sie und fordert das Fehlverhalten heraus, nur um den Hund dann zu maßregeln. Seine „Der Mensch ist Rudelführer“ Theorie hält sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen. Trotzdem feiert dieser Mann, den viele schon als Tierquäler bezeichnen, einen großen Erfolg, besonders in Amerika. Dort kann ich es allerdings verstehen, denn parieren die Hunde dort nicht, werden sie in die Shelters gebracht und eingeschläfert. Wie oft habe ich in meinem Auslandsjahr Geschichten von Hunden gehört, die weggegeben oder eingeschläfert wurden, weil sie nicht stubenrein waren, das Haus vor Fremden verteidigten oder einfach bellten. Bei den meisten Fällen lag es wahrscheinlich einfach an der fehlenden Auslastung. Wenn ein Terrier- oder Hütehundmischling in einen 10-Kinder-Haushalt zieht und einmal die Woche Gassi geführt wird, hat man früher oder später ein Problem. Dabei wollte man einen sportlichen Hund, damit man vielleicht mehr joggen geht! Wird der Hund für einen kurzen Zeitraum also massiv unter Druck gesetzt, damit er schnell lernt, ist das alles andere als ideal, aber die amerikanische Mentalität. Je schneller, desto besser. Oft geben Menschen ihren Hunde 3, vielleicht 4 Wochen, bis sie vorzeigbar und gut erzogen sind. In so kurzer Zeit kann man keinen Hund nachhaltig erziehen, aber durch die Verunsicherung und Angst hat man eine Chance.

In Deutschland hat man diese Ausrede allerdings nicht. Die Mentalität ist eine andere, ein Hund darf nicht ohne Grund eingeschläfert werden. Mittlerweile hat fast jedes noch so verschlafene Städtchen einen Hundetrainer, den man fragen und bei dem man sich Hilfe holen kann.

Martin Rütter ist der berühmteste deutsche Hundetrainer, selbst Nichthundehalter kennen ihn. Ob als Komedian, Hundetrainer oder Buchautor, jeder Hundehalter ist schon einmal über ihn gestolpert. Er setzt auf den Futterdummy, viele Leckerlies und Auslastung. Im Grundsatz überhaupt nicht schlecht, aber meiner Meinung nach muss man dem Hund auch mal sagen, was er falsch macht! Rütter arbeitet regelmäßig mit einer Sprühflasche voll Wasser und macht den Hund nass, alternativ auch mit einer Rütteldose oder Trainingsdiscs. Beides sind nicht zuordbare Reize, ähnlich eines Strom- oder Geruchshalsbandes. Der Hund erfährt Schmerz oder Schreck und weiß nicht woher. Ist der Halter nicht extrem zeitgenau erfährt der Hund auch nicht, welche Handlung genau falsch war. Macht der Hund etwas richtig, wird er mit Leckerlies vollgestopft. Was macht man, wenn einem die Leckerlies ausgehen? Hört der Hund dann nicht mehr? Natürlich muss alles kleinschrittig aufgebaut werden, aber die Leckerli sollten immer weiter ausgeschlichen werden! Ein Punkt, den leider viele „Hundeprofis“ überspringen.

Dass der Hund ausgelastet wird, ist ein großer Pluspunkt. Allerdings wird bei fast jedem Hund der Futterdummy eingesetzt. Leider hilft der nicht immer! Will der Hund den nicht annehmen, wird die Tagesration Futter nur noch über den Dummy gegeben, anstatt nach einer Alternative zu suchen. Vielleicht würde der Hund viel lieber schnüffeln oder raufen? Obwohl Rütter aus der Retrieverszene kommt, kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Jeder Hund ist anders, aber Rütter behandelt fast alle Hunde gleich! Sinnvoller wäre es, einen Hund nach seinen eigenen Interessen auszulasten und nicht nur nach Schema X. Lotti zum Beispiel findet einen Futterdummy zwar interessant, würde den aber kein Stück beachten, sollte vor ihr mal ein Feldhase hoch gehen. Mit einem „Such verloren“ hätte ich allerdings noch die Chance, sie wieder zu mir zu bekommen.

Viele Menschen sagen ihren Hunden nicht, was sie falsch machen. Sie nehmen es hin und sollte es sie mal nerven, dann ist Holland in Not.

Ist das den Hunden gegenüber fair?

Sollte man ihnen nicht sofort sagen, wenn sie etwas falsch machen, damit sie die Möglichkeit haben, es richtig zu machen?

Lotta kennt ihre Grenzen, trotzdem macht sie manchmal Fehler, genau wie ich. Gerade vorhin hat sie einen anderen Hund angebellt, obwohl sie weiß, dass das nicht in Ordnung ist. Wir haben das geübt und sie kennt es. In dem Moment habe ich ihr klar gemacht, dass das Anbellen immer noch doof ist und sie es sein zu lassen hat. Hätte ich sie machen lassen, würde sie es sich wieder angewöhnen und dazu tendieren, andere Hunde oft anzubellen. Wieso sollte ich erst reagieren, wenn sie es sich wieder angewöhnt hat? Ich hätte es ihr vorher schon sagen können. Ich hätte ihr die Möglichkeit geben MÜSSEN, ihr Verhalten sofort zu ändern, bevor es Gewohnheit wurde!

Macht doch nicht immer einen der tollen Fernsehprofis nach, hört auf euer Bauchgefühl!

Tut, was ihr für richtig haltet, egal ob ihr schiefe Blicke von anderen erntet!

Lasst euch von Wildfremden keine Erziehungstipps geben, überlegt selber und zieht eure eigenen Schlüsse!

  • 17.09.2016

Mit Hund in den Öffis

Als Schülerin ohne Auto muss man oft improvisieren um von A nach B zu kommen. Lotta und ich sind beide totale Shopping Queens, ich bin auch gerne mit Freundinnen unterwegs, aber um mal schnell etwas zu kaufen fahre ich auch gerne alleine in die Stadt. Ganz alleine wäre trotzdem langweilig und Lotta muss eh Gassi gehen, also nehme ich sie fast immer mit in die Stadt. Wir sind dann meistens erst eine Stunde auf der Hundewiese oder woanders unterwegs, damit Lotti ein wenig laufen und sich lösen kann, danach geht es dann in die Stadt an sich. Continue reading „Mit Hund in den Öffis“

Leben mit Jagdhund

Lotta ist ein waschechter Terrier und ein waschechter Terrier jagt gerne. Natürlich macht Lotta das auch, und da nimmt sie nur wenig Rücksicht auf Verluste. Mittlerweile ist sie „zum Glück“ schon bald sechs Jahre alt und die Flausen in ihrem Kopf gehen so langsam aber sicher aus. Sie orientiert sich stärker am Menschen, hüpft auch gerne mal ohne Hasen vor der Nase durch das Feld und wenn wir einen Hasen sehen bleibt sie halbwegs ruhig und hängt nicht mehr kreischend in der Leine. Aber eines ist geblieben: Sie liebt es Spuren zu suchen! Continue reading „Leben mit Jagdhund“

Hundeführerschein oder Begleithundprüfung?

Seit 2012 ist es in Niedersachsen für alle, die in den letzten 10 Jahren nicht 2 Jahre durchgängig einen Hund gehalten haben, den Hundeführerschein zu machen. Lotta hatte ich zwar damals schon länger als 2 Jahre, aber trotzdem wollte ich den Schein machen, auch weil man damit von der allgemeinen innerstädtischen Leinenpflicht erlöst wird. Der größte Anstoß war aber, dass ich es einfach schaffen wollte und mir ein Ziel gesetzt habe, was zu erreichen war!

Durch den Hundeführerschein gibt es bei und in Niedersachsen auch keine Kampfhundeliste mehr und keinen pauschalen Leinenzwang (auf dem Ort) für Kampfhunde.

Unterscheidung in Stufe 1 und 2 und der Ablauf

Der Hundeführerschein wird in Stufe 1 und Stufe 2 unterschieden. Um von der innerstädtischen Leinenpflicht befreit zu sein muss man Stufe 2 ablegen!

Generell sind die beiden Stufen sehr ähnlich, in Stufe 2 werden einige Übungen ohne Leine verlangt, wohingegen Stufe 1 komplett an der Leine stattfindet. Man muss NICHT zuerst Stufe 1 ablegen und danach Stufe 2 machen, sondern kann, wie wir, sofort Stufe 2 versuchen.

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Ein sicheres Bleib ist bei der Stufe 2 Pflicht

Zuerst muss man den theoretischen Teil bestehen, mittlerweile muss man den machen bevor der Hund einzieht. Es dient als Sachkundenachweise und besteht aus einigen Fragen über das Sozialverhalten des Hundes, wie man einen Hund artgerecht hält, einige juristische Aspekte und zu Erster Hilfe am Hund. Probiere den theoretischen Teil hier aus!

Lotta und ich haben Stufe 2 gemacht, deshalb wird der Bericht auch Übungen zur Stufe 1 enthalten!

Wir haben uns für den theoretischen Teil draußen vor einer Metzgerei mit angeschlossenem Café getroffen, natürlich zusammen mit den Hunden, wurden von den Prüfern (die nicht die Trainer sein dürfen!) nett begrüßt und uns wurde erzählt, auf was wir uns vorbereiten sollten und was im Laufe des Tages passieren wird. Der Impfpass wurde überprüft, genauso wie die Haftpflicht, und schon wurde der Test ausgeteilt. Es ist Multiple-Choice und wirklich einfach. Nach einer halben Stunde waren wir fertig damit und wir sind zum ersten Treffpunkt gefahren, ab da wurde es ernst!

Zuerst wird der Hund auf ablenkungsarmen Gebiet angesehen, in unserem Fall war das der Hundeplatz, es kann aber auch ein Parkplatz, ein leerer Park oder ähnliches sein. Für Lotta war der Hundeplatz alles andere als einfach, denn sie findet den total spannend und ist ständig hochgedreht, hat nicht gut gehört, so dass wir uns dazu entschlossen haben, die Prüfung im Feld gleich außerhalb des Platzes weiterzuführen Dort musste Lotta Sitz, Platz und Steh zeigen, das Laufen an lockerer Leine (ein striktes Bei-Fuß ist nicht gefordert) und der Maulkorb wurde angelegt. Anschließend musste Lotti damit mindestens 10 Schritt gehen, gar kein Problem! Die Prüferin hat mir gesagt, dass sie sich gleich über Lotta stellen wird, also habe ich sie ins Fuß an meine linke Seite genommen und die Prüferin hat mich mit Handschlag begrüßt und sich über den Hund gestellt mit vornüber gebeugten Oberkörper. Danach hat sie Lotta einen Rinderhautknochen gegeben, den sie auf Aus oder ein anderes Kommando loslassen musste und sich von mir wegnehmen lassen sollte, das Gleiche danach auch mit einem Spielzeug. Für Lotta war das im Feld gar kein Problem, auf dem Platz fand sie alles spannender als mich, was wahrscheinlich daran lag, dass wir davor vermehrt in der Stadt trainiert haben und ich schon lange nicht mehr auf dem Platz war.

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Sitzen bleiben, obwohl Verkehr vorbei kommt? 

Ganz zum Schluss musste Lotta sich von mir „behandeln“ lassen, also habe ich mir ihre Zähne angeguckt, sowie Pfoten und Ohren und ich musste sie in einem sicheren Griff halten, in dem sie sich gut eine Spritze geben lassen könnte oder etwas ähnlich unangenehmes.

Alle anderen Teilnehmer wurden natürlich auch geprüft und als wir einmal durch waren sind wir in die nächste Stadt gefahren. Dort angekommen sollten die Hunde erst mal kurz im Auto warten und einzeln heraus geholt werden, damit die Richter sehen konnten, dass sie gesittet aus- und einsteigen und nicht einfach kopflos aus dem Auto springen und auch um sich den Transport des Hundes anzugucken, einen Hund z.B. ohne Absperrgitter im Kofferraum zu transportieren kann nämlich arg gefährlich werden! Wir sind anschließend zusammen in die Stadt gefahren, dort sind wir erst in den Park gegangen, um den leinenlosen Teil zu überprüfen. In dem mussten wir nacheinander eine kleine Runde durch den Park gehen und wurden mit verschiedenen Situationen konfrontiert, die so auch im Hundealltag passieren könnten. Wir sollten den Hund ruhig von der Leine lassen und uns wie immer verhalten, es wurde uns nicht gesagt was passiert, da hauptsächlich der Hundehalter unüberprüft wird und geschaut wird, ob er sich angemessen verhält! Es ist uns ein unangeleinter Hund entgegen gekommen, da sollten wir unseren Hund auch unangeleint lassen oder heran nehmen und den anderen Halter bitten, seinen doch bitte auch anzuleinen. Danach kam ein angeleinter Hund, da sollte der eigene Hund gerufen werden und angeleint werden, um den anderen Hund nicht zu bedrängen oder anfangen zu spielen. Als wir weitergegangen sind lag am Wegrand ein Schinkenbrötchen, zwar relativ offensichtlich, allerdings musste man den Hund mit einem Nein davon abbringen, das zu fressen!

Als das auch geschafft war, wurde das Bleib geprüft Alle Hunde wurden in einer Reihe abgesetzt und man musste ein paar Schritte, ca. 20 Meter, weggehen und kurz warten, danach konnte jeder wieder zurück und belohnen. Anschließend gab es das Kommando „Platz“ und wir haben den Hunden wieder den Rücken zugekehrt. Diesmal war es schwieriger, der Hund musste liegenbleiben, obwohl die Prüferin einmal zwischen uns und den Hunden durchgegangen ist und einmal durchgelaufen. Danach durften wir alle unsere Hunde abrufen.

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Hier! Eine von Lottas Lieblingsübungen!

Als letzten Teil im Park mussten die Hunde ihre Gelassenheit unter Beweis stellen: Sie wurden mit (gespielt) behinderten Menschen konfrontiert, Menschen mit Gehhilfen, Rollatoren, Regenschirmen, Umhängen und raschelnden Einkaufstüten

Ganz zum Schluss gingen wir in die Altstadt. Dort war gerade ein kleines Fest und dementsprechend voll war es auch, was alle Übungen noch mal etwas erschwert hat! Es wurde immer in Pärchen in die Stadt gegangen und der Rest musste auf dem Parkplatz warten, damit die Richterin sich besser auf die einzelnen Hunde konzentrieren konnte. Angefangen hat es mit dem Aufzug, denn der Parkplatz war auf einer höheren Ebene als der Stadt. Danach sollte gezeigt werden, dass der Hund nicht einfach aus einer Tür herausstürmt, sondern wartet, bis er das Kommando bekommt oder Herrchen bzw. Frauchen vorausgegangen ist. In der Einkaufsstraße, auf der wir dann waren, lag durch das Fest einiges an Essensresten, eine Verführung für den Hund, der er allerdings widerstehen musste. Der Hund wurde kurz unter Aufsicht eines Trainerteils und der Prüferin vor einem Geschäft angebunden und musste dort ruhig und ohne Menschen zu belästigen auf die Rückkehr von Herrchen/Frauchen warten. Im Anschluss sind wir in einen kleinen Buchladen gegangen, wo bewiesen werden musste, dass die Hunde dort nicht markieren, sich ruhig verhalten und niemanden bedrängen oder anderweitig negativ auffallen. Die ganze Zeit über wurde auch Gehen an lockerer Leine unüberprüft Auf dem Rückweg zum Parkplatz sind wir nicht mit dem Aufzug gefahren, sondern haben die Treppe genommen, wo gezeigt werden sollte, dass der Hund auch da nicht zieht und an lockerer Leine läuft

Zwischendurch sind uns auch immer wieder Jogger, Radfahrer und Inlineskater entgegen gekommen oder wir wurden von denen überholt, dass sollte auch 3 Mal während der Prüfung passieren, bei uns hat es sich einfach durch die Stadt gegeben.

Ganz zum Schluss sind wir in ein Eiscafé gegangen, wo nochmal geschaut wurde, wie der Hund sich in eine Restaurant verhält Bei einem leckeren Eis, den wir uns alle verdient haben, wurden die Ergebnisse verteilt: Alle haben bestanden!

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Obwohl Lotta auf dem Foto gerade liegt, dürfte sie es sich auf gemütlich machen, auf solche Kleinigkeiten achten die Prüfer nicht

Was braucht man dafür?

Um den Hundeführerschein überhaupt antreten zu können muss man eine Haftpflichtversicherung haben. Um das nachzuweisen sollte man am Besten einen Kontoauszug mitbringen, auf dem alles, bis auf Name und dem Betrag der Haftpflicht, geschwärzt ist. Der Hund muss gegen Tollwut geimpft sein (muss wie immer mindestens 30 Tage und maximal 2 Jahre zurückliegen).

Der Hund darf ein Geschirr, ein verstellbares Halsband, ein Zugstopphalsband und ein Halti (mit Geschirr oder Halsband) tragen, sowie natürlich eine Leine (keine Rollleine). Der Hundehalter darf Sicht- und Hörzeichen geben, eine Pfeife benutzen und mit Spielzeug und Futter belohnen, allerdings sollte das Futter oder Spielzeug nicht zum Locken benutzt werden, sondern wirklich zur Belohnung. Wenn der Richter das Gefühl hat, dass zu viele Leckerlis benutzt werden, darf er auch einige Übungen ohne Spielzeug oder Futter verlangen. Ich habe Lotta mit vielen Leckerlis bestätigt, alles was sie richtig und gut gemacht hat, wurde bestätigt, denn ich war in der Situation total aufgeregt und die Leckerlis haben mich selber etwas beruhigt. Außerdem darf auch ein Clicker benutzt werden!

Stachel- oder gar Teletakthalsbänder sind NICHT erlaubt!

Wie teuer ist der Hundeführerschein?

Theoretisch könnte man den Hund auf eigene Faust ausbilden, dann ist es günstiger, das ist aber gerade für Hundeanfänger oft nicht einfach, deshalb wird empfohlen, eine Hundeschule zu besuchen. Die Kosten für einen Kurs zur Vorbereitung auf den Hundeführerschein liegen bei ca. 150 Euro, dass kann aber auch je nach Gebiet und Hundeschule schwanken.

Hinzu kommen die Prüfungskosten an sich. Der Theorie- sowie der Praxisteil kosten je mindestens 40 Euro, das ist vom Gesetzgeber festgelegt, kann aber variieren, da es ein Mindestbetrag ist.

Wo sollte man den Hundeführerschein ablegen?

Mittlerweile bieten ganz viele Hundeschulen einen Vorbereitungskurs an! Auf eigene Faust kann man auch ausbilden, das würde ich aber nicht empfehlen, da man einfach nicht das Feedback bekommt und besonders Hundeanfänger sich selber schwer einschätzen können. Ich persönlich würde den Führerschein auch nicht in einem Hundeverein ablegen, weil ich damit ganz schlechte Erfahrung gemacht habe, aber wenn ihr euch damit wohl fühlt, steht es euch natürlich frei, den da zu machen.

Unterschied zur BH

Die BH ist im Vergleich zu dem Führerschein meiner Meinung viel schwieriger. Dort muss der Hund unrealistisch bei Fuß laufen und den Hundeführer immer angucken, fast 10 Minuten in der Ablage verbringen und auch der Straßenteil ist ein Klacks. Bei dem Hundeführerschein ist alles viel realistischer, der Hund darf sogar mal im Halsband hängen, er muss nur mindestens 50% der Zeit an entspannter Leine gehen, genau wie bei einem normalen Spaziergang auch. Zudem darf man den Hund zwischendurch mit Lob, Spielzeug oder Leckerli bestätigen, ob man das macht oder nicht ist die eigene Entscheidung, aber man darf es. Auf einem Spaziergang nimmt man ja auch ab und an Leckerli mit und besonders wenn der Hund das gewöhnt ist, ist es nur fair auch weiterhin zu bestätigen. Der Hundeführerschein findet zwar eigentlich nur zu 50% draußen statt, es fühlte sich für mich aber an, als ob fast die ganze Prüfung in der Stadt war, weil der Schwerpunkt doch darauf lag. Es macht auch nur Sinn – man läuft viel öfter in der Stadt umher und erwartet dort einen gut erzogenen Hund, als dass man auf dem Hundeplatz steht.

Beim Führerschein gibt es auch kein festes Schema, man fängt zwar mit der ablenkungsarmen Umgebung an und steigert sich, aber innerhalb der zwei Bereiche kann der Prüfer fast machen, was er möchte. Ob er zuerst die Ablage sehen will oder das Aus-Kommando ist ihm selbst überlassen.

Meiner Meinung nach macht der Hundeführerschein viel mehr Sinn, aber auch Spaß! Sowohl die Vorbereitung als auch die Prüfung (wobei ich das nicht wirklich bewerten kann, ich habe nur einmal bei einer BH zugeguckt) sind viel legerer und lustiger. Wenn man mal einen Fehler macht, ist das kein großes Ding, das passiert und wird nicht weiter negativ bewertet. Persönlich finde ich auch, dass der Hund beim Führerschein auch mehr als Hund angesehen wird, weil er auch mal bellen darf, Fehler machen kann und einfach Hund sein darf, ohne gleich durchzufallen. Natürlich darf der Hund niemanden gefährden oder verletzen, aber er muss nicht die ganze Zeit den Hundeführer anhimmeln, genauso wie im richtigen Leben auch!

Habt ihr bei der Begleithundeprüfung oder dem Hundeführerschein teilgenommen? Wie fandet ihr es?

Paula

  • 19.06.2016

Wie man sogar einen Terrier dazu bekommt, zurück zu kommen

Wie ich Facebook liebe, die Kreativität wird immer und immer wieder angeregt! Heute: Der nicht zurückkommende Terrier, insbesondere Welsh Terrier. Ohne Leine laufen lassen? Nie im Leben. Ist doch ein Terrier, die hören eh nicht! (Ich hoffe, Lotta bekommt das jetzt nicht mit :p) Wie ich es doch geschafft habe, erfahrt ihr heute! Continue reading „Wie man sogar einen Terrier dazu bekommt, zurück zu kommen“