Zehn Monate ins Ausland – ohne Hund

Vorgestern bin ich endlich nach zehn langen Monaten wieder nach Deutschland gekommen. Ich habe meine Zeit in den Staaten total genossen, meine Gastfamilie war so ziemlich die Beste, die ich erwischen konnte, und ich habe viele neue Leute getroffen.

Hauptsächlich dahin gefahren bin ich, damit mein Englisch besser wird. Mittlerweile kann ich fliessend sprechen, auch Akzente gut verstehen und träume sogar auf Englisch!

Aber wieso fährt man nach Amerika, obwohl man einen Hund hat?

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Das Amerika Alphabet – B wie Bewerbung

Ein ganzes Jahr in Amerika, alleine, ohne Eltern oder Freunde. Aber wie kommt man da eigentlich heran, was muss man dafür tun und wie viel Aufwand ist das?

Allem voran, es gibt viele unterschiedliche Organisationen und jede davon arbeitet anders und hat ein anderes Bewerbungsverfahren. Ich habe bei unserer Organisation alle Bewerbungsunterlagen per Brief angefordert, weil ich wichtige Unterlagen gerne schwarz auf weiß vor mir liegen habe, anstatt das am Computer angucken zu müssen
Die Bewerbung wird grob in zwei Teile gegliedert, einmal die normale Bewerbung und die Bewerbung für die High School. Beide unterscheiden sich nicht großartig voneinander, aber nehmen jeweils ganz schön viel Zeit in Anspruch!

Die normale Bewerbung besteht aus einem großen Teil aus einem Brief von dir an die zukünftige Gastfamilie auf Englisch, in dem du von deinen Hobbys, Lieblingssport, Herkunft etc. erzählst, und einem Brief von deinen Eltern, der ebenfalls auf Englisch sein soll, über dich und eure Gewohnheiten. Falls deine Eltern kein oder kein gutes Englisch können, kannst du den auf Deutsch vorgeschriebenen Brief auch übersetzen

Es kommt nicht auf ein perfektes Englisch an! Man sollte euch verstehen können, wissen was ihr meint, und mehr nicht. Natürlich macht es einen besseren Eindruck, wenn euer Englisch gut ist, aber behaltet im Hinterkopf, dass viele Austauschschüler sich für ein Jahr in Amerika entschieden haben, eben weil sie kein gutes Englisch können!

Danach gibt es oft ein „Motivationsschreiben“ an die Organisation. Ihr nennt alle Gründe, die euch bewogen haben, ein Jahr nach Amerika zu gehen. Ich wollte z.B. unbedingt die amerikanische Kultur kennenlernen, ein Jahr im Ausland leben und mein Englisch verbessern. Es kommt immer gut, wenn ihr sagt, dass ihr an der neuen Kultur interessiert seid und gerne Neues erfahrt, aber wenn ihr andere Beweggründe habt, dann solltet ihr die nennen.

Im Anschluss musst du einen tabellarischen (also normalen) Lebenslauf abgeben. Du sagst, auf welche Schule du gegangen bist, ob du jemals (Schul-)Praktika gemacht hast und kannst auch Sprachreisen erwähnen, da dies für die Organisation unter Umständen interessant wäre

Ganz zum Schluss muss man die Ganzjahreszeugnisse ab Klasse 7 hochladen. Es hört sich schlimmer an als es ist, aber die möchten sehen, dass du kein „Problemschüler“ bist, denen kommt es hauptsächlich auf Sozial- und Arbeitsverhalten an.

Du fügst ein möglichst aktuelles Foto ein und schon ist der erste Teil der Bewerbung geschafft!

Im Anschluss wirst du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und musst einige Fragen beantworten. Das ist gar nicht schlimm, denn es wird größenteils auf deutsch stattfinden. Dabei geht wieder um deine Motivation, deine Redegewandtheit und die Offenheit neuen Dingen gegenüber. Außerdem werden Szenarien aus dem amerikanischen Alltag nachempfunden, auf die du nach besten Gewissen antworten sollst, genauso werden mögliche Probleme nachgespielt. Den Fragestellern geht es da hauptsächlich darum, zu sehen, wie du solche Probleme lösen würdest, denn DU repräsentierst Deutschland in Amerika, viele Amerikaner kennen keinen anderen Deutschen, und für sie wirst du immer der „Typisch Deutsche“ sein, alles was du machst wird auf alle Deutsche übertragen, verhältst du dich auffällig, sind auf einmal alle anderen Deutschen auch so.

Mir wurden noch ein paar Fragen zu Amerika gestellt, wie „Welche zwei großen Parteien gibt es in Amerika?“, „Wer ist Barack Obama?“ und „Nenne so viele amerikanische Staaten wie möglich“. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du nicht auf jede Frage eine Antwort weißt, ich konnte auch nicht alles beantworten.

Nach dem Interview wird es ernst: Wirst du angenommen, bekommst du nochmal einen ganzen Haufen Papiere zum Ausfüllen, und diesmal müssen sogar zwei Lehrer (wenn möglich Englisch- und Klassenlehrer) einen Brief über deine Schwächen und Stärken schreiben! Du musst mehrmals zum Arzt gehen, um alle nötigen Impfungen zu bekommen, denn davon braucht man in Amerika deutlich mehr, und man muss ein Poster mit Bildern von sich gestalten. Es muss eine Befreiung an die Schule gestellt werden, man muss noch einen Brief an die zukünftige Gastfamilie schreiben und dann heißt es warten.

Warten auf die Gastfamilie.

B
Das Impfbuch solltet ihr auch mit nach Amerika nehmen, falls ihr zum Arzt fahrt

Hat man seine Gastfamilie endlich bekommen, dann ist man unendlich erleichtert, denn man ist schlussendlich auch mit der anstrengenden Bewerbung fertig!

Andererseits heißt es nun Papiere für das Visum fertig zu machen…

Könnt ihr es euch vorstellen, ein ganzes Jahr als Schüler/in ins Ausland zu gehen, Freunde und Familie hinter euch zu lassen?

Paula

  • 24.04.2016

Das Amerika Alphabet – A wie Ankunft

Macht man so ein Auslandsjahr gibt es etliche Fragen, wieso man es macht, was die Unterschiede zwischen Heimatsland und Amerika sind, wann man angefangen hat Englisch zu lernen und noch viel mehr. Darum gibt es dazu jetzt eine Reihe hier auf dem Blog! Das ganze ist alphabetisch sortiert, damit man schnell wieder darauf zugreifen kann und sich nicht durch meinen ganzen Blog wühlen muss.

A wie Abschied und Ankunft

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Bis in 10 Monaten!

Abschied und Ankunft gibt es gleich je zweimal – einmal aus Deutschland abreisen und in Amerika ankommen und einmal aus Amerika abreisen und in Deutschland ankommen. Meine Abreise aus Amerika steht mir erst noch bevor, deshalb kann ich darüber noch gar nichts sagen, aber dafür kann ich von meiner Abreise aus Deutschland berichten.

Mein Flieger ging relativ früh, gegen 10 Uhr morgens, aber der Check in war schon um 8.50 Uhr. Am Flughafen waren wir natürlich schon viel früher, man muss ja genug Zeit einplanen um sich zu verabschieden! Zum Glück haben wir das auch getan, denn wir standen im Stau und mussten einen Umweg nehmen, so dass aus 30 Minuten Fahrt fast eineinhalb Stunden wurden. Zusammengepfercht mit Freundin, Hund, Opa und Eltern war das Auto ganz schön voll, vor allem weil im Kofferraum mein großer Koffer und das viele Handgepäck waren. Am Flughafen wurde ich von allen verabschiedet und habe mich mit dem anderen Mädchen getroffen, mit dem ich zusammen geflogen bin. Auf jeden Fall solltet ihr euch Taschentücher einstecken, denn es wird sentimental! So viel habe ich schon lange nicht mehr geweint, generell haben alle ein paar Tränen verdrückt Nachdem wir das Gepäck abgegeben haben und nur noch das Handgepäck mein ständiger Begleiter war (neben Lotti), haben ich und meine Familie die restliche Zeit genutzt und uns noch ein paar Mal umarmt. Als unser Flug schließlich auf der Anzeigetafel zum Check-in stand, hieß es wirklich Abschied nehmen.

Ungewohnt, auf ein Jahr mit völlig neuen Eindrücken und Menschen zu blicken!

Es hieß ein letztes Mal auf die Familie und Freunde zurückzublicken und dann nach vorne zu schauen und noch kurz warten, bis wir endlich in das Flugzeug einsteigen konnten. Von Hannover ging es über Frankfurt nach Washington DC, auf dem Flug saß ich leider nicht neben dem anderen Mädchen, sondern neben einem mir ganz unbekanntem jungen Mann, mit dem ich mich aber den ganzen Flug unterhalten habe (was man nicht alles in 8 Stunden erfahren kann, danach dachte ich, ich würde ihn schon mein ganzes Leben kennen, verrückt!). Von Washington DC mussten wir einen Anschlussflug nach Oklahoma City bekommen, wir hatten aber nur knappe zwei Stunden zwischen den Flügen und jeder, der schon mal durch die amerikanische Einreisekontrolle musste, weiß, wie wenig Zeit das ist! So ging es auch uns, wir mussten laufen zwischen den Gates und hatten nur ein paar sehr wenige (aber doch für uns wertvolle) Minuten um schnell auf die Toilette zu huschen, Flugzeugklos sind pfui. Wir waren die letzten Passagiere und nach uns wurden die Türen verschlossen, aber immerhin haben wir es rechtzeitig geschafft, eine Nacht auf dem Flughafen hätte ich auch nicht überstanden

Mittlerweile war es später Nachmittag in Amerika und wir hatten nur noch drei Stunden Flug vor uns (den ich komplett verschlafen habe) und würden dann unserer Gastfamilie zum ersten Mal gegenüber stehen. Bei dem Gedanken bekommt man im ersten Moment ein wenig Angst, schließlich kennt man sie nur durch Skypetelefonate, was passiert, wenn sie doch nicht so nett sind, wie angenommen? Vor allem habe ich in dem Moment vor dem Landeanflug (ich wurde netterweise von der Stewardess geweckt) auch totale Zweifel bekommen, ob es nicht vielleicht doch eine falsche Entscheidung war, ganze 10 Monate ins Ausland zu gehen, 5 hätten doch bestimmt auch gereicht!

Guckt man auf die Landschaft unter sich, die Nachbarschaften, Highways und Felder, dann wird einem erst klar, auf was man sich eingelassen hat, sieht es doch ganz anders aus, so ungewohnt. Mittlerweile ist es aber wohl zu spät um einen Rückzieher zu machen, also atmet man tief durch und versucht zu entspannen. Setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf, freut man sich, dass die lange Reise endlich um ist und man bald in seinem neuen, ungewohntem Bett schlafen wird. Generell ist der Gedanke an Schlaf gerade sehr ausgeprägt, 12 Stunden Flug sind anstrengender als man denkt! Sobald das Flugzeug zum Stehen gekommen ist und sich in der richtigen Position befindet, darf man es verlassen. Draußen angekommen sieht man die Familie noch nicht sofort, wir mussten erst durch ein paar Gänge gehen, um schlussendlich zum Ausgang zu gelangen, wo auf einen gewartet wird. Ich habe meine Familie gesehen, wusste das sie es sind und bin schnurstracks auf sie zugegangen und habe sie in die Arme genommen, sie sind schließlich meine richtig echte Familie für das nächste Jahr. Es wurden Fotos gemacht (für Facebook) und ich wurde meiner „Aufpasserin“ vorgestellt, alles schlimmer als es sich anhört Danach durfte ich mir ein Restaurant aussuchen, in dem wir essen würden, und schon haben wir den Flughafen verlassen.

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Auf in ein neues Leben!

Draußen war es drückend heiß, ich hatte eine Leggings, ein T-Shirt und eine Jacke auf dem Flug an, definitiv viel zu warm für Sommer in Oklahoma! Dafür war das Auto und das Restaurant (es gab Pizza) deutlich kühler, fast schon zu kalt. Schnell gegessen, und dann wieder nach Hause, es wurde mir nur noch kurz das Haus gezeigt und schon konnte ich ins Bett gehen, endlich!

Am nächsten Morgen bin ich durch die Zeitumstellung schon recht früh aufgewacht, um 8 Uhr bin ich aus dem Bett geklettert und dachte, dass meine Familie bestimmt auch schon wach ist, schließlich schlafen kleine Kinder nicht so lange.

Nichts da.

Die haben sogar noch bis 13 Uhr seelenruhig geschlummert, während ich mit meinen Eltern geskypet habe und mit Freunden über Whatsapp geschrieben.

Stellt euch darauf ein, dass eure Familie in den Ferien wirklich lange schläft, denn oft gehen die spät ins Bett und nutzen die Ferienzeit total aus. Wir waren am ersten Tag gleich unterwegs und sind abends essen gewesen und haben einen Kinofilm geschaut, aber das war auch wirklich gut so, sonst wäre ich wieder früh ins Bett gegangen und hätte einen viel schlimmeren Jetlag gehabt!

Abreise und Ankunft ist etwas, das bei jedem anders ablaufen wird, ob das nun ähnlich ist wie bei mir oder nicht, müsst ihr selber herausfinden, aber ich kann euch sagen, dass es halb so schlimm ist, wie man es sich ausmalt!

Paula

  • 20.04.2016

 

Mit Hund ins Auslandsjahr – warum das keine gute Idee ist

Ganz oft werde ich gefragt, wie ich denn so lange von Lotta getrennt sein kann, ganze 10 Monate! Auch, ob ich sie gar nicht vermissen würde, wo ich doch so alleine hier in den Staaten bin, oder ob ich sie gar nicht liebe, dass ich sie alleine zuhause lasse. Der Dauerbrenner ist aber, warum ich meinen Hund nicht einfach mitgenommen hätte!
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Wieso nicht gleich hier bleiben?

Nachdem es jetzt langsam aber sicher auf das Ende meines Auslandsjahres zugeht werde ich ganz oft gefragt, ob ich nicht vielleicht doch in Amerika bleiben möchte
Ganz spontan kann ich das immer gar nicht beantworten, denn einerseits vermisse ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland schon, aber dann denke ich an die Familie und die Freunde hier in Amerika und daran, dass mir nur noch gute 3 Monate mit denen bleiben… Besonders werde ich die Schule hier vermissen, das hört sich im ersten Moment komisch an, aber sie ist so viel einfacher als in Deutschland und ich bin ein totaler Fan des School Spirits! Schulkleidung, Mottotage, Fundraising, das alles gibt es bei uns in dem Umfang gar nicht! Continue reading „Wieso nicht gleich hier bleiben?“

Weihnachten, Silvester und Erdbeben – und dass in nur 2 Wochen!

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Frohes Neues!
Nach langer Zeit ist der Weihnachtsstress nun endlich vorüber und ich kann euch endlich berichten, wie wir Weihnachten und Silvester gefeiert haben!

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Schüleraustausche nach Indien und La Reunion und Gewinner des Gewinnspiels

Hallo!

Der Gewinner des Gewinnspiels ist die liebe Diana vom Blog Hundekind Abby ! Bitte melde dich nochmal per Mail bei mir, damit alles klar ist!

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich unter kontinuierlichem Reisefieber leide. Ich leide wirklich. Ein Urlaub muss für mich zwar nicht unbedingt weit weg stattfinden, aber ich weiß die Vorzüge von weit entfernten Reisezielen durchaus zu schätzen 😉

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