Vegetarische Hundeernährung

Vegetarisches oder sogar veganes Hundefutter bekommt man mittlerweile an jeder Ecke. Ob im Discounter, im Drogeriemarkt oder im Hundeladen, es scheint sich gut zu verkaufen! Dabei ist das Trockenfutter verschiedener Anbieter zwar erschwinglich mit durchschnittlich 4€/kg, aber auch nicht in der Kategorie „Billigfutter“. Den Hund komplett mit frischem Obst, Gemüse und diversen Kohlenhydraten zu ernähren und dabei auf Trockenfutter zu verzichten, wird nochmal teurer sein.

Bei einer selbst zusammengestellten vegetarischen Ernährung für den Hund darf man die unabdingbaren und oftmals sehr teuren Zusatzmittel nicht vergessen.

Hunde sind Karnivoren, reine Fleischfresser, und greifen nur in Zeiten von absoluter Nahrungsknappheit oder zur Aufnahme von Ballaststoffen auf nicht tierische Nahrung wie Gräser, Wurzeln und ggf. Früchte zurück, allerdings nicht auf Kohlenhydraten wie Nudeln oder Kartoffeln (wo sollen sie diese auch herbekommen?). Alle notwendigen Vitamine, Mineralien und Nährstoffe ziehen Hunde aus Fleisch, weshalb die pflanzliche Kost bei BARF nur zur Ballaststoffaufnahme dient. Wird der Hund also rein vegetarisch ernährt, fehlen ihm auf Dauer wichtige Nährstoffe, weshalb Zusätze wie Calcium und Phosphor (in Knochen vorhanden), Taurin (in Blut und Herz enthalten), Zink und Eisen (ebenfalls in Innereien und Blut enthalten) unabdingbar hinzugefügt werden müssen bzw. zu (teilweise zu) hohen Anteilen in den Trockenfuttern enthalten sind.

Schaut man sich die einzelnen Inhaltstoffe eines vegetarischen Trockenfutters an, stellt man schnell fest, dass Kohlenhydraten wie Kartoffeln an erster Stelle der Deklaration stehen, also am meisten im Futter enthalten sind. Ein Hund ist ernährungsphysiologisch gar nicht in der Lage, Kartoffelstärke über einen längeren Zeitraum zu verdauen. Obwohl eine Studie ergab, dass Hunde ein stärkespaltendes Enzym besitzen, liegt es nicht in den nötigen hohen Mengen vor, die der Hund zur dauerhaften Spaltung der langen Stärkeketten von Kohlenhydraten benötigt.

Über kurze Zeit spielt die Pankreas da mit und produziert vermehrt ein Verdauungssekret, muss aber viel zu viel davon produzieren und wird letztendlich überstrapaziert.

Davon ausgehend, dass die Kartoffeln erstmal mehr oder weniger von dem Pankreassaft verdaut wurden, werden die nicht verdauten Stoffe in der Leber eingelagert. Bei gut 40% Kartoffelanteil im Futter kommt eine ordentliche Menge an nicht verdauten Stoffen zusammen! Wieder kann die Leber das für einen kurzen Zeitraum stemmen, ist aber ebenfalls haltlos überfordert damit. Auf lange Sicht gesehen wird die Leber kollabieren und es kommt zu einem Leberschaden (z.B. Tumore oder sogar Krebs).

Ein Hund kann außerdem fehlende Nährstoffe für ziemliche lange Zeit durch andere Stoffe ersetzen. Eine Mangelernährung stellt man deshalb oft erst viel zu spät fest. Stumpfes oder fettiges Fell oder Maulgeruch wird auf andere Sachen geschoben, genauso tränende Augen oder ein penetranter Geruch nach Hund.

Ganz davon abgesehen, dass ein Hund eine vegetarische Ernährung nicht verwerten kann, ist das Ganze tierschutzwidrig. §2 des Tierschutzgesetzes besagt, dass

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Da ein Hund laut Klassifizierung ein Karnivore ist (nachzulesen Hier), muss er wie einer ernährt werden. Karnivoren sind Fleischfresser, keine Pflanzenfresser! Zu einer artgerechten Ernährung gehören also Beutetiere. Wenn dies unmöglich ist, muss eben eins nachgebaut werden und zwar in Form von Fleisch, Knochen, Innereien und Ballaststoffen wie Haut oder Sehnen.

Vegetarisches Hundefutter gehört keineswegs in den Napf eines gesunden Hundes.

Paula


Quelle:
Jennifer Lee, „The inner carnivore“
  • 21.01.2018

 

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