Fisch – ist der wirklich so wichtig?

Dass man Fisch regelmäßig füttern soll, steht in jedem Fütterungsbuch.
Aber wieso eigentlich?

Fisch ist die einzige Fleischquelle, die vollgepackt mit Omega 3 ist. Omega 3 ist eine essentielle Fettsäure, das heißt, dass (grammatikalisch korrekt?!) Hunde diese nicht selber herstellen können, sondern über die Nahrung aufnehmen müssen. Die Omega 3 Fettsäure ist zum Beispiel zur Verwertung von fettlöslichen Vitaminen, für die Produktion von Hormonen, die Vermeidung von Entzündungen und zur Bildung der Abwehrkräfte notwendig. Bei einem Mangel kann die Haut und das Fell schuppig und stumpf sein, wirkliche Anzeichen für eine sichere Diagnose gibt es aber kaum.
Omega 3 ist in Fleisch von Masttieren kaum enthalten, dort überwiegt die Fettsäure Omega 6. Da diese in einer Wechselwirkung zu der Omega 3 Fettsäure steht, ist ein Gleichgewicht zwischen diesen essentiellen Fettsäuren wichtig! Omega 6 und Omega 3 bilden zusammen entzündungsfördernde- und entzündungshemmende Stoffe. Da man eben das richtige Maß an entzündungshemmenden und -fördernden Stoffen im Hundekörper haben möchte, sollte man einmal pro Woche Fisch füttern, damit das Omega 3 „Depot“ wieder aufgefüllt wird.IMG_20170515_204050

Welche Fischsorten sind besonders geeignet?

Hering, Makrele und Sardinen sind besonders reich an Omega 3. Lachs wird auch gerne gefüttert, allerdings rate ich immer davon ab, weil die Schadstoffbelastung bei Lachs extrem hoch ist. Bei Lachs aus Aquakulturen wurde vermehrt das Konservierungsmittel  Ethoxyquin nachgewiesen. Dafür gibt es laut EU-Richtlinien keine Höchstgrenze. Allerdings ist  Ethoxyquin ein verbotenes Pflanzenschutzmittel, weil keine ausreichenden Daten zur Auswirkung auf den menschlichen Stoffwechsel vorlagen! Man weiß also nicht, in welchem Maß dieses Konservierungsmittel für Menschen gefährlich ist. Das dieses Mittel besonders bei Lachs nachgewiesen wurde, liegt mitunter an dem hohen Fettgehalt, weil im Fettgewebe Schadstoffe gelagert werden.
Auch Wildlachs ist nicht unbedenklich. Obwohl PCBs (polychlorierte Biphenylen, Chlorverbindungen, die als Hydraulikflüssigkeit benutzt wurde) seit den 1980ern in Deutschland und anderen Ländern verboten sind, sind sie aufgrund des langsamen biologischen Abbaus immer noch im Wasser, der Luft und im Boden abgelagert. Diese Chlorverbindungen sind krebserregend, schwächen das Immunsystem und schaden der Leber. In Wildlachs wurden allerdings diese PCBs nachgewiesen! Zwar hängt die Konzentration der PCBs im Lachs vom Futter, dem Fettgehalt des Fischs und dem Alter ab, da man die PCBs aber nicht selber nachweisen kann und deshalb nie weiß, wie stark der einzelne Lachs belastet ist, sollte Lachs aus dem Napf verbannt werden.

Fisch kann, wie andere Tiere auch, im Ganzen gefüttert werden. Im rohen Zustand sind die Gräten biegsam und weich.

Was mache ich, wenn der Hund keinen Fisch mag?

Lotta frisst, wie viele andere Hunde auch, keinen Fisch außer Lachs. Weil dieser aber so extrem belastet ist, möchte ich den nicht füttern. Wir füttern Fischöl hinzu, jeden Tag einen Pumpstoß (entspricht ca. einem halben Teelöffel) und verzichten weitestgehend auf Rindfleisch bzw. Fleisch aus Masttierhaltung. Da man dies in den gängigen Futtershops nicht ausschließen kann, füttern wir hauptsächlich Wildfleisch (Reh, Wildente, Hase/Kaninchen) und Lamm.
Alternativ könnte man auf eine masttierfreie Ernährung umsteigen, nur noch Fleisch von Weidetieren geben. Durch das Fressen von Gras und dem Fehlen von Silage und Ergänzungsfuttermitteln ist der Omega 6 Anteil bei wildlebenden und Weidetieren deutlich geringer.


Noch mal in kurz

Fleisch von Masttiere enthält kaum Omega 3, aber viel Omega 6
um die richtige Balance zwischen entzündungshemmenden- und entzündungsfördernden Stoffen zu haben, muss Fisch hinzugefüttert werden
Hering, Makrele und Sardinen sind geeignet, Lachs aufgrund der hohen Schadstoffbelastung nicht
Gräten sind weich und flexibel
Anstatt Fisch: Fischöl oder nur Fleisch von Weide-/ Wildtieren


Quellen:
Jennifer Lee, The inner carnivore
https://www.ugb.de/exklusiv/fragen-service/enthaelt-lachs-zu-viele-schadstoffe/?lachs-schadstoffe
http://www.urgeschmack.de/omega-6-fettsaeuren-die-andere-seite-der-medaille/
Die Bildrechte des Beitragsbildes liegen bei: http://www.aram-und-abra.de
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