Mit Hund in den Öffis

Als Schülerin ohne Auto muss man oft improvisieren um von A nach B zu kommen. Lotta und ich sind beide totale Shopping Queens, ich bin auch gerne mit Freundinnen unterwegs, aber um mal schnell etwas zu kaufen fahre ich auch gerne alleine in die Stadt. Ganz alleine wäre trotzdem langweilig und Lotta muss eh Gassi gehen, also nehme ich sie fast immer mit in die Stadt. Wir sind dann meistens erst eine Stunde auf der Hundewiese oder woanders unterwegs, damit Lotti ein wenig laufen und sich lösen kann, danach geht es dann in die Stadt an sich.

Um überhaupt in die nächste Stadt zu kommen müssen Lotta und ich erst eine halbe Stunde mit dem Bus zum Bahnhof fahren und von dort zehn Minuten mit dem Zug zum Hauptbahnhof. Möchten wir an den See oder in den wirklich großen Stadtwald, dann müssen Lotta und ich danach noch mit der U-Bahn weiter. Bevor wir mit der U-Bahn fahren versuche ich allerdings immer mit Lotta kurz aus dem Bahnhof heraus zu gehen und sie pinkeln zu lassen, dass sie zumindest die Möglichkeit hat. Nichts wäre mir peinlicher, als wenn Lotta in die Bahn machen würde!

In dem Bus und der Bahn wackelt es, es ist laut, viele neue Gerüche vorhanden und mein Hund mittendrin. Ein Hund muss genau wissen, wie er sich in Öffis zu benehmen hat, sollte keine Angst haben und keine Mitfahrer belästigen. All das möchte gelernt sein!

Es fängt damit an, dass der Hund gesittet an der Wartestelle mit mir auf den Bus wartet. Wir haben das Glück und die Haltestelle wirklich direkt vor unserer Tür, so dass wir nie lange warten müssen. Lotta darf in der Wartezeit schnüffeln, sich umgucken, so ziemlich machen was sie möchte, aber es muss in dem Leinenradius von 1,20 Meter sein. Sehen wir den Bus in der Ferne einfahren und haben andere Mitfahrer, die auch auf den Bus warten, setze ich Lotta ab und mache ihr den Maulkorb um. Sie beißt natürlich nicht, aber es ist bei uns Pflicht, dass alle Hunde entweder in einem geeigneten Transportbehältnis sind (also in einer Tasche) oder einen Maulkorb tragen müssen und ein Kinderticket brauchen. Wir haben für Lotti keine Tasche, also bekommt sie ohne wenn und aber den Maulkorb um und ich kaufe ein Ticket für sie.

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Lotta bleibt am Bahnhof immer artig. Deshalb konnte ich es auch wagen, sie kurz abzuleinen. Das Halstuch ist übrigens von Houndstars!

Der Maulkorb ist nicht nur eine Sache des Gesetzes, sondern auch des Respekts. Es gibt so viele Menschen, die Angst vor Hunden haben oder sich unwohl fühlen, dass es sie oft beruhigt, wenn der Hund einen Maulkorb trägt.

Kommt der Bus an, warten wir bis alle eingestiegen sind und gehen als Letztes in den Bus. Dann kann ich Lotta einfach beim Fahrer absetzen, bis ich die Tickets gekauft habe, und andere Menschen müssen nicht hinter uns warten, was Lotta eventuell irritieren könnte.

Nachdem wir uns hinsetzen mache ich Lotta oft den Maulkorb auch schon wieder ab, denn wenn der Bus nicht voll ist setze ich mich grundsätzlich möglichst weit von anderen Menschen weg, damit Lotta ihre Ruhe hat.

Das Busfahren haben wir um ehrlich zu sein gar nicht großartig geübt. Wir sind früher immer mal wieder durch einen stehenden Bus gegangen, vorne rein, hinten raus, damit sie das kennenlernt und weiß, dass man auch im Bus gut an der Leine zu gehen hat, aber irgendwann musste ich mal in die Stadt und habe Lotta einfach mitgenommen. Seitdem fährt sie regelmäßig Bus!

Sobald wir fast am Bahnhof sind bekommt Lotti den Maulkorb wieder auf, da dort oft viel mehr Menschen sind als im Bus. Wir gehen übrigens nicht als Letzte aus dem Bus, sondern mischen uns unter die Menge. Das hat den Grund, dass unsere Züge oft nur fünf Minuten nach Ankunft des Busses fahren und man sich etwas beeilen muss, den nicht zu verpassen. Lotta darf kurz am Grünstreifen schnüffeln und dann gehen wir schnell zu unserem Gleis. Den Maulkorb hat sie die ganze Zeit auf, denn oft ist unser Bahnhof auch sehr dreckig und mit Essensresten übersät. So kann mein Hund nichts fressen und ist einfach entspannter.

Wenn wir auf den Zug warten machen wir oft kleine Tricks, wie Gib Pfote, damit Lotta und mir nicht langweilig ist. Höre ich den Zug einfahren nehme ich Lotti auf den Arm, weil sie zu klein ist als dass sie die Stufe zwischen Bahnsteig und Zug einfach überspringen kann. Außerdem habe ich immer Angst, dass jemand auf sie drauf tritt 😉

Lotta bleibt auch bei der Zugeinfahrt total ruhig, sie kennt das Geräusch und hat keine Angst. Zu Anfang sind wir immer wieder in die Nähe des Bahnhofs gefahren um sie mit den Lauten bekannt zu machen. Aus der Entfernung haben wir uns das angehört, Tricks gemacht und sind stückweise näher gegangen. Nach ein paar Wiederholungen haben wir uns auf den Bahnhof gestellt und getan, als ob das total normal wäre. Motti ist zum Glück ein Hund, der vor sehr wenig Angst hat und auf Umwelteinflüße kaum reagiert. Wir stellen uns natürlich nicht gleich in die erste Reihe, wenn der Zug einfährt, das wäre selbst mir zu laut, sondern eher in die dritte oder vierte Reihe, Lotta ist auf meinem Arm und fühlt sich ziemlich wohl.

Gehen wir in den Zug, suchen wir zuerst einen Sitzplatz. Sobald wir einen finden, setzen wir uns hin und gucken aus dem Fenster. Falls wir mal zur Rush Hour unterwegs sind (was wir tunlichst versuchen zu vermeiden!) und keinen Sitzplatz bekommen, dann setzen wir uns meist auf die Treppe. Lotta darf oft auf meinem Schoss sitzen, vorausgesetzt die Mitfahrer die neben oder gegenüber mir sitzen haben da nichts gegen, weil ich es angenehmer finde und Lotta auch nicht alle 5 Minuten aufstehen muss, um jemanden durchzulassen. Meist kringelt sich die Kleine zusammen und schläft oder döst, manchmal ist sie auch total genervt und sitzt lieber auf dem Boden und tigert auf und ab oder bleibt einfach stehen.

In der Bahn bleibt der Maulkorb bei den kurzen Fahrten auf, aus Respekt und purer Faulheit, denn Lotta stört es nicht und im Hauptbahnhof muss sie ihn eh wieder umbekommen.

Das Zugfahren an sich haben wir auch nicht großartig geübt, wir sind auch dort ein paar Mal durch einen stehenden Zug gegangen und Lotta hat gelernt, auf meinem Schoss ruhig zu sein. Außerdem habe ich immer schon viel Wert auf Grundkommandos gelegt, die auch in jeder Lebenslage sitzen sollen, denn nichts ist nerviger, als ein Hund der auf langen Zugfahrten partout nicht zur Ruhe kommt und sich auch nicht auf seinen Platz legt.

Im Hauptbahnhof nehme ich Lotta auch oft auf den Arm, zumindest bis wir die Treppe herunter gegangen sind, denn dort sind immer viele Leute, alle sind hektisch und möchten schnellstmöglich raus aus dem Bahnhof und nehmen auch keine Rücksicht auf Verluste.

Ich finde es enorm wichtig, in Bahnhöfen umsichtig zu denken. Besonders wenn man einen kleinen Hund hat, der schnell unter die Füße von anderen Menschen kommt, nehme ich den lieber hoch, als dass der nachher getreten wird. Zum Glück geht Lotta gerne in die Stadt und hat auch mit Zugfahrten so gar kein Problem, aber trotzdem achte ich darauf, dass wir eher zu Zeiten mit wenig Verkehr fahren, Lotta möglichst wenig Stress hat und auch zwischendurch immer die Möglichkeit mal zu pinkeln hat.

Wie handhabt ihr das? Fahrt ihr mit euren Hunden auch in den Öffis oder nehmt ihr lieber das Auto?

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2 thoughts on “Mit Hund in den Öffis

  1. Wir sind in Hamburg mir Lola Zug und Bus gefahren. Maulkorbpflicht gab es da angeblich nicht, wir wollten aber auf Nummer sicher gehen und haben ihr einfach einen Mauli aufgesetzt. Mit dem richtigen Training stört sich der Hund daran nicht und wir konnten mit gutem Gewissen mit den Öffis fahren. =)

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    1. Eben, Lotta stört es auch nicht. Außerdem ist es bei uns auch so, dass die Leute automatisch etwas Abstand halten, wenn Lotti einen Maulkorb auf hat. Sie sieht damit einfach gefährlicher aus 😉 sonst wird sie immer von vielen Menschen angetatscht und gestreichelt und so, irgendwann nervt es sogar Lotti 😄
      Liebe Grüße,
      Paula

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