Das Experiment – Schleppleine oder Rollleine

Bis gestern war bei uns noch Leinenzwang und da wir eh vermehrt im Wald Gassi waren, musste Lotta eine Weile lang viel öfter an die Leine als sonst. Da ich ihr aber trotzdem Auslauf geben wollte, habe ich meine Flexileine wieder hervor gekramt. Die Schleppleine liegt wegen des Mantrailings eh immer draußen. Weil ich einen direkten Vergleich haben wollte, sind wir erst 10 Tage nur an der Schleppleine gelaufen, auch im innerstädtischen Bereich, und danach 10 Tage nur an der Flexileine. Was bin ich froh, dass Lotta jetzt wieder frei laufen kann!

Die Schleppleine

Voll motiviert habe ich Lotti das Geschirr angezogen und die 15m lange Schleppleine angehängt, um eine Runde ans Wasser zu machen. An 15m Freiheit ist Lotta die Straße hoch und runter marschiert, sichtlich zufrieden über so viel Auslauf, schließlich gehen wir sonst nur an unserer 1m Leine ans Wasser. Dort angekommen habe ich sie wie üblich abgeleint, dort gilt der Leinenzwang nämlich nicht, und stand vor dem ersten Problem. Normalerweise stecke ich die Leine in die Tasche oder hänge sie mir um den Hals, weder das eine, noch das andere funktioniert aber mit einer dünnen, 15m langen Biothaneleine. Also blieb nur aufschießen und tragen übrig. Hatte ich meinen Fotoapparat und die Tasche mit, konnte ich die Leine allerdings dort hinein tun und hatte die Hände frei. Problematisch wurde es auch, als wir Menschen und angeleinten Hunden begegnet sind. Die lange Leine hat sich grundsätzlich verheddert, egal wie ordentlich ich sie wegpackte. Also haben wir in der Zeit hart daran gearbeitet, dass sie bei anderen Menschen entweder Bei Fuß läuft oder liegen bleibt, genauso bei angeleinten Hunden.

Im Feld angekommen habe ich Lotz vorschriftsgemäß angeleint. In unserer Leine ist keine Handschlaufe eingebaut, deshalb habe ich mir ca. 1,5m vor dem Ende der Leine einen Knoten gemacht, dass ich weiß, die Leine hört gleich auf. Das ging auch sehr gut, die Leine ist mir wirklich nie aus der Hand gerutscht, obwohl sie dünn und bei Regen rutschig ist! Durch das Material konnte die Leine auch durch Dreck, Matsch und alles andere gezogen werden, danach einmal abwaschen und trocknen und gut war, mehr als praktisch! Obwohl Biothane eigentlich ein schwere Material ist, war unsere Leine sehr leicht. Ich habe die gebraucht gekauft, deshalb weiß ich nicht, welche genaue Bezeichnung sie hat, aber sie ist auf jeden Fall sowohl schmal, wie auch dünn. Sehr praktisch für einen kleinen Hund wie Lotta!WaldJogi-3

Über die Tage hinweg wurde mein Leinenhandling immer besser, ich bin schneller im aufschießen geworden, Lotta hat entdeckt, dass man 15m von Frauchen weg kann und dann Schluss ist, und die Leine und ich sind ein eingespieltes Team geworden. Als wir im Wald waren haben wir auch ein Reh flüchten gesehen, Lotti natürlich auch, und die Leine wurde auf Reißfestigkeit geprüft. Und hat bestanden, obwohl 8kg auf einmal voll in die 15m geschossen sind, hat sie gehalten.

Für mich auch sehr wichtig, die Leine hat keine dauerhaften Knoten davon getragen. Ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn eine Schleppleine nach viermal Benutzen schon aussieht wie Sau! Lotta hat sich an der Leine auch wohlgefühlt, sie hat sich benommen wie immer, ist getobt, gerannt und hat sich gewälzt. Ein klarer Pluspunkt!

Die Rollleine

Auch bei der Leine habe ich Lotta motiviert das Geschirr angezogen, denn bei einer Rollleine würde der stetige Zug sonst auf dem Hals liegen. Das ist auch der erste Negativpunkt. Rollleinen werden häufig am Halsband benutzt, was auf die Dauer sehr auf den Kehlkopf, die Halswirbelsäule und sogar den Augendruck wirkt! Die 8m Rollleine war schwerer als die 15m Biothaneleine und auch viel klobiger. Bei Gassi habe ich schon gemerkt, wie Lotta diese ständige Ziehen schon genervt hat und sie lieber in dem Bereich geblieben ist, gegen den man nicht anziehen muss. Am Wasser habe ich sie wieder abgeleint und stand vor dem gleichen Problem wie vorher: Wohin mit der Leine? Selbst wenn ich die Fototasche mit hatte, konnte ich die Leine dort nicht hinein legen, sie war zu schwer und klobig, wäre dauernd gegen die Kamera geknallt und das wollte ich auf keinen Fall. In die Jackentasche passte sie natürlich auch nicht, blieb also nur das ständige In-der-Hand-tragen. Für mich höchst unpraktisch! Ohne Leine ist Lotti geflitzt und getollt, sobald ich die Leine im Feld oder an der Straße wieder eingeklipst habe, ging sie nur noch artig bei Fuß. Ich war mit ihr im Wald, selbst da hat sie die 8m nie voll ausgenutzt und schien sich immer unwohl zu fühlen, so dass ich das Experiment nach einer Woche abgebrochen habe. Einen Hund, der die ganze Zeit Bei Fuß läuft und sich sichtlich unwohl fühlt brauche ich nicht!

Pdummy-22
Lotta fand die Rollleine so doof, dass sie auch für ein Foto nicht still gehalten hat, sondern immer zu mir laufen wollte. 

Vom Prinzip finde ich Rollleinen aber gar nicht schlecht, besonders in Übergangsphasen. Für längere Dauer ist das aber auch nichts, ich hätte viel zu viel Angst, dass die Leine reißt! Außerdem hat man relativ wenig Kontrolle über den Hund, der eingebaute Stopper kann sich sehr schnell lösen und wenn der Hund in dem Moment über die Straße rennt, war das auch sein letztes Mal. Ist der Hund aber schon so gut erzogen, dass er eigentlich überall ohne Leine gehen könnte, aber man braucht eine Absicherung, weil z.B. Leinenzwang besteht, finde ich die Rollleine akzeptabel. Was ich unter aller Sau finde, sind die Hunde, die Tag ein Tag aus nur an Rollleinen durch die Gegend gezogen werden, total rüpeln und der Besitzer gar keine Anstalten macht, etwas dagegen zu tun, oder die jagdlich motivierten Hunde, bei denen der Besitzer es schon aufgegeben hat und die nun ein Rollleinen-Dasein verbringen.

Alles in Einem lässt sich sagen, dass für mich die Schleppleine der wahre Sieger ist! Lotta fand die Rollleine dermaßen doof, dass wir das Experiment abbrechen mussten, was für uns ein Grund ist, die Leine bis für alle Ewigkeiten einzumotten beziehungsweise abzugeben. Schade, denn eigentlich finde ich das Prinzip gar nicht so verkehrt, wenn man richtig damit umzugehen weiß.

Was benutzt ihr lieber? Die Schleppleine oder die Rollleine? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

Paula

  • 15.07.2016
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3 thoughts on “Das Experiment – Schleppleine oder Rollleine

  1. Das kommt, finde ich, total auf den Hund an und was ich vor habe. Momentan laufe ich am liebsten mit Jamie frei (bzw. Rollleine) und Pearl an der Schleppleine. Da sie dort einfach freier laufen kann als an der Rolleine. Gehe ich aber in Gebiete in denen viele Fahrräder sind oder andere Hundehalter, bin ich eher ein Fan der Rollleine. Jedoch ist es für Menschen die von beidem keine Ahnung haben, empfehlenswerter die Schleppleine zu wählen.

    Vg

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  2. Ganz klar Schleppleine! Mittlerweile komme ich auch mit zwei schleppleinen in der Hand aus – das ist dann aber schon ein dauerndes hin und her enthedder 😂 Leyla läuft an der dünnen Biothane-schleppi, die ist so viel besser als die aus seil, die ich für wildreiche Gebiete für Luke dabei habe 😌 allerdings lässt sich die seil gut in der bauchtasche verstauen 🙈 Flexi mag auch Luke gar nicht, mit dem dauerzug kommt er nicht klar…. das einzige wofür ich die ok finde ist wenn ich radfahren bin und Luke kurz anleinen muss – falls Luke mal abbremst habe ich noch genug bremszeit😂

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    1. Eine Flexi zum Fahrradfahren finde ich total doof 😄 damit komme ich gar nicht klar… komischerweise kann ich Lotti aber am Fahrrad sogar in wildreichem Gebiet ableinen, da konzentriert sie sich Viel mehr auf mich. Und da ich eh nur einen Hund habe, habe ich auch kein Leinenchaos 😄
      Liebe Grüße,
      Paula

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