Zehn Monate ins Ausland – ohne Hund

Vorgestern bin ich endlich nach zehn langen Monaten wieder nach Deutschland gekommen. Ich habe meine Zeit in den Staaten total genossen, meine Gastfamilie war so ziemlich die Beste, die ich erwischen konnte, und ich habe viele neue Leute getroffen.

Hauptsächlich dahin gefahren bin ich, damit mein Englisch besser wird. Mittlerweile kann ich fliessend sprechen, auch Akzente gut verstehen und träume sogar auf Englisch!

Aber wieso fährt man nach Amerika, obwohl man einen Hund hat?

Die Antwort ist ganz einfach: Weil ich mich enorm ärgern wuerde, hätte ich es nicht getan! Lotta ist mittlerweile auch schon fast sechs Jahre alt und ist gut erzogen, meine Eltern können super mit ihr umgehen und ich hatte ein gutes Gefuehl, sie Zuhause zu lassen. Ausserdem wusste ich auch schon, dass ich ziemlich sicher nach Amerika gehe, als wir Lotti vor fast 6 Jahren abgeholt haben. Meine Eltern fanden es zwar schade, als ich denen dann doch gesagt habe, dass ich auf jeden Fall gehe (die Hoffnung stirbt zuletzt!). Im Vornhinein musste natürlich geklärt werden, wer denn auf Lotta aufpasst, wenn meine Eltern nicht zuhause sind, denn bisher war das gar kein Problem. Jetzt müsste sie aber zu meinen Grosseltern oder zu Freunden, bestimmt auch mal über Nacht. Das zu organisieren war echt nicht ohne. Zum Glück ist Lotti ein einfacher Hund und schläft auch mal eben eine Nacht auswärts, ausserdem hört sie auf Fremde und fühlt sich fast überall wohl. Viele unserer Freunde sind auch gerne bereit, mal eine Nacht auf Lotta aufzupassen. Damit war das auch geklärt, zudem wir auch zur Not unseren Hundetrainer hatten, der sich bereit erklärt hat, auf das Hundekind aufzupassen und mit ihr Gassi zu gehen, wenn meine Eltern keine Zeit hatten.

Wie hält man es blos zehn Monate aus ohne Hund?!


Die Frage habe ich mir auch oft genug gestellt! Zum Gl
ück hatte ich generell kein Heimweh und so haben sich die zehn Monate gut aushalten lassen. Zu Anfang hat mir das Gassi gehen sehr gefehlt, aber nach einiger Zeit hat man die gewonne Zeit sehr genossen! Ich bin jeden Tag erst um kurz vor vier aus der Schule gekommen, also hätte ich gar nicht viel Zeit gehabt, die ich mit einem Hund hätte verbringen können. Meine Gastfamilie hatte zwar einen Hund, die war allerdings so übergewichtig, dass sie kaum laufen konnte. Ich habe mehrmals versucht, ihr Tricks beizubringen, aber sie war satt, dass sie auch Leckerchen nicht angesprungen ist. Einen Spieltrieb, den man nutzen könnte, hatte sie auch nicht. Gassi gehen mit Bella war ebenfalls eine Sache der Unmöglichkeit, denn sie hat durch das übergewicht Gelenkprobleme und hat nach zehn Minuten sich dauernd hingesetzt, weil ihr die Beine und Knie weh taten. Dadurch, dass Bella auch nur bei Gewitter in das Haus durfte, habe ich sie oft tagelang nicht gesehen. Es war also mehr oder weniger, als ob ich keinen Hund hätte. Trotzdem habe ich das gut ausgehalten, es sind ja letztendlich nur zehn Monate.wald-13.jpeg

War das Wiedersehen tränenreich?


Nein. Ich war viel zu m
üde und viel zu schlecht gelaunt, als dass ich noch eine andere Emotion hätte. Lediglich die Freude hat dann doch überwogen! Geweint habe ich allerdings nach dem Abschied aus Amerika nach der Sicherheitskontrolle im Flughafen. Ich war total aufgelöst, weil ich mich von meiner lieben Gastfamilie verabschieden musste, von meinen Freunden und von meinem amerikanischen Leben! Das Alles hatte ich aber noch gut verkraftet, aber dann kam der Stress des alleine Fliegens dazu. Ich war alleine auf dem Flughafen, wusste nicht wirklich was ich machen musste und dann, zu allem übel, hatte mein Flug Verspätung. Als ich das sah, brachen alle Dämme! Meine Umsteigezeit in Chicago war eh schon arg knapp und mit den dreissig Minuten Verspätung hätte ich meinen Flug verpasst. Zum Glück hatten beide Anschlussfluege auch Verspätung, so dass ich rechtzeitig an den Gates war und sogar pünktlich in Deutschland!

Wieso nimmt man den Hund nicht einfach mit in das Auslandsjahr?


Ich h
ätte Lotta auch gerne mitgenommen, bin im Endeffekt aber froh, dass ich sie zuhause gelassen habe! Man hat einfach kaum Zeit und die wenige Zeit, die man hat, sollte und möchte man mit Freunden und der Familie benutzen. Man ist nicht in Amerika um Gassi zu gehen! Klar gibt es die Möglichkeit, den Hund mit nach England zum Beispiel zu nehmen, aber auch das ist ziemlich aufwendig und, um ehrlich zu sein, es lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Zumindest in der amerikanischen Kultur ist oft kein grosser Platz für Hunde, die leben nebenher, aber es wird kaum mit denen spazieren gegangen, sie müssen oft draussen leben und werden nicht als Teil der Familie betrachtet. Das möchte ich Lotta auf keinen Fall zumuten!

Würdet ihr euren Hund für zehn Monate mit ins Ausland nehmen? Oder auch eher bei der Familie lassen?

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