Das Amerika Alphabet – B wie Bewerbung

Ein ganzes Jahr in Amerika, alleine, ohne Eltern oder Freunde. Aber wie kommt man da eigentlich heran, was muss man dafür tun und wie viel Aufwand ist das?

Allem voran, es gibt viele unterschiedliche Organisationen und jede davon arbeitet anders und hat ein anderes Bewerbungsverfahren. Ich habe bei unserer Organisation alle Bewerbungsunterlagen per Brief angefordert, weil ich wichtige Unterlagen gerne schwarz auf weiß vor mir liegen habe, anstatt das am Computer angucken zu müssen
Die Bewerbung wird grob in zwei Teile gegliedert, einmal die normale Bewerbung und die Bewerbung für die High School. Beide unterscheiden sich nicht großartig voneinander, aber nehmen jeweils ganz schön viel Zeit in Anspruch!

Die normale Bewerbung besteht aus einem großen Teil aus einem Brief von dir an die zukünftige Gastfamilie auf Englisch, in dem du von deinen Hobbys, Lieblingssport, Herkunft etc. erzählst, und einem Brief von deinen Eltern, der ebenfalls auf Englisch sein soll, über dich und eure Gewohnheiten. Falls deine Eltern kein oder kein gutes Englisch können, kannst du den auf Deutsch vorgeschriebenen Brief auch übersetzen

Es kommt nicht auf ein perfektes Englisch an! Man sollte euch verstehen können, wissen was ihr meint, und mehr nicht. Natürlich macht es einen besseren Eindruck, wenn euer Englisch gut ist, aber behaltet im Hinterkopf, dass viele Austauschschüler sich für ein Jahr in Amerika entschieden haben, eben weil sie kein gutes Englisch können!

Danach gibt es oft ein „Motivationsschreiben“ an die Organisation. Ihr nennt alle Gründe, die euch bewogen haben, ein Jahr nach Amerika zu gehen. Ich wollte z.B. unbedingt die amerikanische Kultur kennenlernen, ein Jahr im Ausland leben und mein Englisch verbessern. Es kommt immer gut, wenn ihr sagt, dass ihr an der neuen Kultur interessiert seid und gerne Neues erfahrt, aber wenn ihr andere Beweggründe habt, dann solltet ihr die nennen.

Im Anschluss musst du einen tabellarischen (also normalen) Lebenslauf abgeben. Du sagst, auf welche Schule du gegangen bist, ob du jemals (Schul-)Praktika gemacht hast und kannst auch Sprachreisen erwähnen, da dies für die Organisation unter Umständen interessant wäre

Ganz zum Schluss muss man die Ganzjahreszeugnisse ab Klasse 7 hochladen. Es hört sich schlimmer an als es ist, aber die möchten sehen, dass du kein „Problemschüler“ bist, denen kommt es hauptsächlich auf Sozial- und Arbeitsverhalten an.

Du fügst ein möglichst aktuelles Foto ein und schon ist der erste Teil der Bewerbung geschafft!

Im Anschluss wirst du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und musst einige Fragen beantworten. Das ist gar nicht schlimm, denn es wird größenteils auf deutsch stattfinden. Dabei geht wieder um deine Motivation, deine Redegewandtheit und die Offenheit neuen Dingen gegenüber. Außerdem werden Szenarien aus dem amerikanischen Alltag nachempfunden, auf die du nach besten Gewissen antworten sollst, genauso werden mögliche Probleme nachgespielt. Den Fragestellern geht es da hauptsächlich darum, zu sehen, wie du solche Probleme lösen würdest, denn DU repräsentierst Deutschland in Amerika, viele Amerikaner kennen keinen anderen Deutschen, und für sie wirst du immer der „Typisch Deutsche“ sein, alles was du machst wird auf alle Deutsche übertragen, verhältst du dich auffällig, sind auf einmal alle anderen Deutschen auch so.

Mir wurden noch ein paar Fragen zu Amerika gestellt, wie „Welche zwei großen Parteien gibt es in Amerika?“, „Wer ist Barack Obama?“ und „Nenne so viele amerikanische Staaten wie möglich“. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du nicht auf jede Frage eine Antwort weißt, ich konnte auch nicht alles beantworten.

Nach dem Interview wird es ernst: Wirst du angenommen, bekommst du nochmal einen ganzen Haufen Papiere zum Ausfüllen, und diesmal müssen sogar zwei Lehrer (wenn möglich Englisch- und Klassenlehrer) einen Brief über deine Schwächen und Stärken schreiben! Du musst mehrmals zum Arzt gehen, um alle nötigen Impfungen zu bekommen, denn davon braucht man in Amerika deutlich mehr, und man muss ein Poster mit Bildern von sich gestalten. Es muss eine Befreiung an die Schule gestellt werden, man muss noch einen Brief an die zukünftige Gastfamilie schreiben und dann heißt es warten.

Warten auf die Gastfamilie.

B
Das Impfbuch solltet ihr auch mit nach Amerika nehmen, falls ihr zum Arzt fahrt

Hat man seine Gastfamilie endlich bekommen, dann ist man unendlich erleichtert, denn man ist schlussendlich auch mit der anstrengenden Bewerbung fertig!

Andererseits heißt es nun Papiere für das Visum fertig zu machen…

Könnt ihr es euch vorstellen, ein ganzes Jahr als Schüler/in ins Ausland zu gehen, Freunde und Familie hinter euch zu lassen?

Paula

  • 24.04.2016
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