Das Amerika Alphabet – A wie Ankunft

Macht man so ein Auslandsjahr gibt es etliche Fragen, wieso man es macht, was die Unterschiede zwischen Heimatsland und Amerika sind, wann man angefangen hat Englisch zu lernen und noch viel mehr. Darum gibt es dazu jetzt eine Reihe hier auf dem Blog! Das ganze ist alphabetisch sortiert, damit man schnell wieder darauf zugreifen kann und sich nicht durch meinen ganzen Blog wühlen muss.

A wie Abschied und Ankunft

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Bis in 10 Monaten!

Abschied und Ankunft gibt es gleich je zweimal – einmal aus Deutschland abreisen und in Amerika ankommen und einmal aus Amerika abreisen und in Deutschland ankommen. Meine Abreise aus Amerika steht mir erst noch bevor, deshalb kann ich darüber noch gar nichts sagen, aber dafür kann ich von meiner Abreise aus Deutschland berichten.

Mein Flieger ging relativ früh, gegen 10 Uhr morgens, aber der Check in war schon um 8.50 Uhr. Am Flughafen waren wir natürlich schon viel früher, man muss ja genug Zeit einplanen um sich zu verabschieden! Zum Glück haben wir das auch getan, denn wir standen im Stau und mussten einen Umweg nehmen, so dass aus 30 Minuten Fahrt fast eineinhalb Stunden wurden. Zusammengepfercht mit Freundin, Hund, Opa und Eltern war das Auto ganz schön voll, vor allem weil im Kofferraum mein großer Koffer und das viele Handgepäck waren. Am Flughafen wurde ich von allen verabschiedet und habe mich mit dem anderen Mädchen getroffen, mit dem ich zusammen geflogen bin. Auf jeden Fall solltet ihr euch Taschentücher einstecken, denn es wird sentimental! So viel habe ich schon lange nicht mehr geweint, generell haben alle ein paar Tränen verdrückt Nachdem wir das Gepäck abgegeben haben und nur noch das Handgepäck mein ständiger Begleiter war (neben Lotti), haben ich und meine Familie die restliche Zeit genutzt und uns noch ein paar Mal umarmt. Als unser Flug schließlich auf der Anzeigetafel zum Check-in stand, hieß es wirklich Abschied nehmen.

Ungewohnt, auf ein Jahr mit völlig neuen Eindrücken und Menschen zu blicken!

Es hieß ein letztes Mal auf die Familie und Freunde zurückzublicken und dann nach vorne zu schauen und noch kurz warten, bis wir endlich in das Flugzeug einsteigen konnten. Von Hannover ging es über Frankfurt nach Washington DC, auf dem Flug saß ich leider nicht neben dem anderen Mädchen, sondern neben einem mir ganz unbekanntem jungen Mann, mit dem ich mich aber den ganzen Flug unterhalten habe (was man nicht alles in 8 Stunden erfahren kann, danach dachte ich, ich würde ihn schon mein ganzes Leben kennen, verrückt!). Von Washington DC mussten wir einen Anschlussflug nach Oklahoma City bekommen, wir hatten aber nur knappe zwei Stunden zwischen den Flügen und jeder, der schon mal durch die amerikanische Einreisekontrolle musste, weiß, wie wenig Zeit das ist! So ging es auch uns, wir mussten laufen zwischen den Gates und hatten nur ein paar sehr wenige (aber doch für uns wertvolle) Minuten um schnell auf die Toilette zu huschen, Flugzeugklos sind pfui. Wir waren die letzten Passagiere und nach uns wurden die Türen verschlossen, aber immerhin haben wir es rechtzeitig geschafft, eine Nacht auf dem Flughafen hätte ich auch nicht überstanden

Mittlerweile war es später Nachmittag in Amerika und wir hatten nur noch drei Stunden Flug vor uns (den ich komplett verschlafen habe) und würden dann unserer Gastfamilie zum ersten Mal gegenüber stehen. Bei dem Gedanken bekommt man im ersten Moment ein wenig Angst, schließlich kennt man sie nur durch Skypetelefonate, was passiert, wenn sie doch nicht so nett sind, wie angenommen? Vor allem habe ich in dem Moment vor dem Landeanflug (ich wurde netterweise von der Stewardess geweckt) auch totale Zweifel bekommen, ob es nicht vielleicht doch eine falsche Entscheidung war, ganze 10 Monate ins Ausland zu gehen, 5 hätten doch bestimmt auch gereicht!

Guckt man auf die Landschaft unter sich, die Nachbarschaften, Highways und Felder, dann wird einem erst klar, auf was man sich eingelassen hat, sieht es doch ganz anders aus, so ungewohnt. Mittlerweile ist es aber wohl zu spät um einen Rückzieher zu machen, also atmet man tief durch und versucht zu entspannen. Setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf, freut man sich, dass die lange Reise endlich um ist und man bald in seinem neuen, ungewohntem Bett schlafen wird. Generell ist der Gedanke an Schlaf gerade sehr ausgeprägt, 12 Stunden Flug sind anstrengender als man denkt! Sobald das Flugzeug zum Stehen gekommen ist und sich in der richtigen Position befindet, darf man es verlassen. Draußen angekommen sieht man die Familie noch nicht sofort, wir mussten erst durch ein paar Gänge gehen, um schlussendlich zum Ausgang zu gelangen, wo auf einen gewartet wird. Ich habe meine Familie gesehen, wusste das sie es sind und bin schnurstracks auf sie zugegangen und habe sie in die Arme genommen, sie sind schließlich meine richtig echte Familie für das nächste Jahr. Es wurden Fotos gemacht (für Facebook) und ich wurde meiner „Aufpasserin“ vorgestellt, alles schlimmer als es sich anhört Danach durfte ich mir ein Restaurant aussuchen, in dem wir essen würden, und schon haben wir den Flughafen verlassen.

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Auf in ein neues Leben!

Draußen war es drückend heiß, ich hatte eine Leggings, ein T-Shirt und eine Jacke auf dem Flug an, definitiv viel zu warm für Sommer in Oklahoma! Dafür war das Auto und das Restaurant (es gab Pizza) deutlich kühler, fast schon zu kalt. Schnell gegessen, und dann wieder nach Hause, es wurde mir nur noch kurz das Haus gezeigt und schon konnte ich ins Bett gehen, endlich!

Am nächsten Morgen bin ich durch die Zeitumstellung schon recht früh aufgewacht, um 8 Uhr bin ich aus dem Bett geklettert und dachte, dass meine Familie bestimmt auch schon wach ist, schließlich schlafen kleine Kinder nicht so lange.

Nichts da.

Die haben sogar noch bis 13 Uhr seelenruhig geschlummert, während ich mit meinen Eltern geskypet habe und mit Freunden über Whatsapp geschrieben.

Stellt euch darauf ein, dass eure Familie in den Ferien wirklich lange schläft, denn oft gehen die spät ins Bett und nutzen die Ferienzeit total aus. Wir waren am ersten Tag gleich unterwegs und sind abends essen gewesen und haben einen Kinofilm geschaut, aber das war auch wirklich gut so, sonst wäre ich wieder früh ins Bett gegangen und hätte einen viel schlimmeren Jetlag gehabt!

Abreise und Ankunft ist etwas, das bei jedem anders ablaufen wird, ob das nun ähnlich ist wie bei mir oder nicht, müsst ihr selber herausfinden, aber ich kann euch sagen, dass es halb so schlimm ist, wie man es sich ausmalt!

Paula

  • 20.04.2016

 

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