Studium mit Hund – warum Hundehaltung als junger Mensch nicht immer ein Zuckerschlecken ist

 

Vor kurzem habe ich ein Thema über das Überreden seiner Eltern geschrieben. In einer Facebook-Gruppe hatten wir dann die Idee, daraus doch eine Blogreihe mit vielen unterschiedlichen Blog und Youtube-Kanälen zu machen. Es geht um die ganzen Nachteile, die ein Hund mit sich mitbringt und dass es nicht automatisch ein rosarotes Leben ist mit Hund. Jeden Tag wird ein anderes Thema behandelt, so dass am Ende so ziemlich jede “Gefahr” geklärt sein sollte.

Heute hat Katharina von @hansehund auf Instagram einen Gastbeitrag zu dem Thema Studieren mit Hund geschrieben, denn sie hat keinen Blog und wollte gerne mitmachen!

Ich hoffe, euch gefällt der Gastbeitrag und die ganze Reihe!

1.4. = Trailer
2.4. =jagender Hund /Jagdhund – von Kuscheltier zur Bestie mit blutigem Hasen im Maul. Streuselnase Jamie
3.4. = Thema: Problemhunde,  Kuschelmonstertube
4.4. =  Thema: Studium mit Hund
5.4. = Modehund Aussie – Traum oder Albtraum? Amy Aussie
)6.4. = 24/7 mit dem Hund – wenn das Alleine bleiben nicht funktioniert, Glückslabilitätsstabilisator
7.4. = Berufstätig mit Hund, Wufflog
8.4. = Wenn der Hund alt wird, Chewie the dog
9.4. = Tierarzt u. Krankheiten, Trickdogs Cecco und Cira
10.4. = Putzen, Ordnung und Sauberkeit //  Mädchenhund
11.4. =  Kleinhunde – immer süss und nett? NEIN – Minidancers
12.04 = Und wenn man es geschafft hat? – Wie man ploetzlich ohne Unterstuetzung dasteht // Paula von Queen-Lotta

Jeder der mich kennt weiß: mich gibt es nur im Doppelpack. Ohne Hund – Ohne mich. Seit inzwischen 5 Jahren begleitet mich mein kleiner flauschiger Schatten nahezu überall hin. Immer jemanden an seiner Seite zu haben der einen mit seinen haselnussbraunen Augen anhimmelt ist wohl eines der besten Gefühle überhaupt und vermutlich auch der Grund warum sich so viele sehnlichst einen Hund wünschen. Aber es hat eben auch seine Schattenseiten. Nicht überall sind Hunde willkommen und manchmal kann man seinen plüschigen Freund auch einfach nicht mitnehmen. Mit mir und Bella fing das ganz klischeehaft an. Ich habe mir seit Kindergartenalter einen Hund gewünscht und habe keine Gelegenheit ausgelassen meinen Eltern deswegen in den Ohren zu liegen. Die haben mir all meine Versprechen natürlich nicht abgenommen und so bekam ich erstmal zwei Kaninchen, die nach 7 und 12 Jahren leider verstorben sind. Mein Traum vom eigenen Hund hatte sich damit allerdings noch nicht gegessen. Es dauerte noch eine ganze Weile bis meine Eltern meinem Betteln endlich nachgaben und Bella im Februar 2011 bei uns einzog. Ich war damals 13 Jahre alt – genauso alt wie die meisten jungen Mädchen und Jungs die sich einen vierbeinigen Gefährten wünschen und weiß deshalb ganz genau wie einfach ihr euch das alles vorstellt. Genau deshalb möchte ich heute mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern.

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Fangen wir mal mit den (teilweise leeren) Versprechen an, die ich meinen Eltern gegeben habe um meine Chancen auf einen Hund zu erhöhen. Von „ich gehe jeden Morgen vor der Schule Gassi“ über „ich mache den ganzen Dreck selbst weg“ bis hin zu „ihr braucht euch nicht um die Erziehung zu kümmern“. Macht euch nichts vor! An euren Eltern wird eine ganze Menge Arbeit hängen bleiben, spätestens wenn es auf euren Schulabschluss zugeht. Ich habe Abitur gemacht und letztes Jahr mein Studium angefangen. Habt ihr euch darüber schonmal Gedanken gemacht? Was passiert eigentlich mit dem Hund wenn ihr mit der Schule fertig seid? Denn so ein Hund lebt länger als die 4 oder 5 Jahre die euch bis dahin noch fehlen. Die meisten werden jetzt ganz naiv antworten: „Ich nehme ihn natürlich mit!“. Aber ganz so leicht ist das nicht. Egal ob ihr eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, ihr werdet vermutlich wenig Zeit zuhause verbringen. Meistens zu wenig Zeit um einen Hund alleine zu versorgen. Und vielleicht wollt ihr auch noch ein Auslandsjahr einlegen. Eventuell werdet ihr euren Wohnort wechseln müssen und braucht eine eigene Wohnung. Und dann findet mal eine Wohnung, die für einen Studenten bezahlbar ist, in der Nähe der Uni liegt und in der Hunde erlaubt sind. Viel Spaß… Genau deshalb habe ich mich dazu entschlossen vorerst zuhause wohnen zu bleiben. Zumindest die ersten Semester, denn mein Stundenplan lässt momentan absolut nicht zu, dass ich mit Bella ausziehen könnte. Glücklicherweise liegt die Uni noch in annehmbarer Entfernung, sodass ich jeden Morgen pendeln kann. Aber hätte ich dieses Glück nicht gehabt und ich in eine andere Stadt gezogen wäre, hätte ich Bella wohl oder übel bei meinen Eltern lassen müssen.

 

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Seinem Hund auch als Student genung Auslauf zu geben ist manchmal gar nicht so einfach!

Und dann ist da noch das liebe Geld. Als Student hat man davon sowieso chronisch zu wenig und dann achtet man als Hundehalter ja auch darauf, dass der beste Freund auch anständiges Futter bekommt – und das kostet. Futter, Tierarztrechnungen und alle Kleinigkeiten die sonst noch für Bella anfallen, könnte ich nicht von meinem eigenen Geld bezahlen. Ich habe momentan auch keinen Nebenjob, denn dann wäre für sie gar keine Zeit mehr. Das heißt aber auch, dass ich keine eigenen Einnahmen habe und komplett auf meine Eltern angewiesen bin. Zum Glück bezahlen sie alles was für den Plüschpopo anfällt – ohne dass ich jedes Mal darum betteln muss. Trotzdem hat mir diese Abhängigkeit schon das ein oder andere Mal den letzten Nerv geraubt. Ich lese öfter sowas wie „ich würde alles für meinen Hund selbst bezahlen“ und dieses Wunschdenken kann ich euch direkt mal nehmen. Wenn ihr nicht berufstätig seid könnt ihr das nicht, denn da kommt mehr auf euch zu als nur das Beutelchen Futter im Monat. Und glaubt mir, ihr wollt auch nicht euer gesamtes Geld für einen Hund ausgeben. Das denkt ihr vielleicht jetzt noch, aber spätestens wenn kein Geld mehr übrig ist um mal ins Kino oder ein Eis essen zu gehen ändert ihr eure Meinung. Denn wie sagt man so schön, nichts im Leben ist kostenlos. Glaubt man gar nicht auf was man alles verzichten müsste, wenn mal kein Geld mehr da ist.

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Auch die Finanzierung von Wohnung und Auto sollte klar gestellt sein. Ist ein Hund finanziell machbar?

 

Zum Arbeiten würde meine Zeit allerdings auch ohne Hund nicht reichen, denn Studium (zumindest meins) ist ein Vollzeitjob! Ich habe wirklich eine ganze Menge zu tun und verbringe deutlich mehr Zeit in der Uni und mit Lernen als ich ursprünglich erwartet hätte. Für andere Hobbies bleibt da wenig bis gar keine Zeit. Zu meiner Reitbeteiligung kann ich Bella zum Glück mitnehmen, da sie gut mit Pferden auskommt. Ein Glück, denn Reiten ist neben Bella meine zweite große Leidenschaft! Ich hätte mir nicht vorstellen können das aufzugeben! Sie kann mich aber nicht zu allen Hobbies begleiten. Meine Mitgliedsschaft im Schützenverein musste ich aus Zeitmangel beenden. Darüber schonmal nachgedacht? Wärt ihr bereit eure Hobbies im Zweifelsfall für einen Hund aufzugeben?

Und wie ist das eigentlich wenn ich mal ausgehen möchte? Ganz klischeehaftes Studentenleben eben, ab und zu ist man mal ganz gerne unterwegs. Ich habe mit Bella diese Situationen von Anfang an geübt. Deshalb kann ich sie glücklicherweise nahezu überall mit hinnehmen. Zum Beispiel wenn ich mal mit Freunden essen gehe und sie war sogar schon auf der ein oder anderen Hausparty mit dabei. Nicht jeder Hund macht so einen Spaß mit, auch wenn das von Beginn an trainiert wurde. Einige Gemüter sind schnell gestresst und reagieren verunsichert und dann muss man auf sowas wohl oder übel verzichten. Und auch ich kann Bella nicht überall mit hinnehmen. Es gibt Orte an denen Hunde nicht erwünscht sind oder die einfach nicht für Hunde geeignet sind. Zum Glück bleibt Bella gut alleine und wenn ich abends mit Freunden mal feiern gehe, dann schläft sie meistens ohnehin schon. Aber nicht jeder Hund bleibt so problemlos einige Stunden alleine zuhause und das kann einen unheimlich einschränken. Mich packt dann schnell mal das schlechte Gewissen und ich eile nach Hause, während meine Freunde das Nachtleben genießen und ich am nächsten Tag die ganzen lustigen Stories nur aus Erzählungen erfahre. Wenn ich mal länger weg möchte, muss ich sie bei meinen Eltern parken – und da muss ich mich dementsprechend auch nach ihnen richten, was es nicht leichter macht.

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Nimmst du mich mit? Nicht jeder Hund bleibt problemlos alleine!

 

Ein ähnliches Problem gibt es, wenn es um das Thema Urlaub geht. Endlich Semesterferien und die Planung beginnt. Ein spontaner Wochenendtrip oder eine Woche unterwegs mit den Mädels – Bella gehört zu mir wie mein Schatten und so stellt sich immer die Frage: kann der Hund mit? Ja, das ist tatsächlich gar nicht so einfach. Erstmal muss ein Hotel oder Ferienhaus gefunden werden in dem Hunde erlaubt sind, das schränkt die Auswahl teilweise schon sehr ein. Auch an vielen Stränden sind Hunde nicht willkommen und wenn man den gewählten Urlaubsort mit dem Zug erreichen möchte, zahlt man einen saftigen Aufpreis. Hundehaltung ist ein teurer Spaß, das schlägt ganz schön auf die Börse. Besonders als Student. Und so musste ich auch schonmal auf einen Urlaub verzichten.

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Urlaub mit meiner Besten! Aber nicht an jedem Strand sind Hunde gerne gesehen

Dazu kommt noch, dass Bella auch ihre Macken hat – so wie jeder Hund. Sie ist nicht gut mit Artgenossen verträglich. Das ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich und liegt auch nicht immer an schlechtem Training oder schlechten Erfahrungen. Einige Hunde mögen es einfach nicht, wenn ein fremder Hund auf sie zugewalzt kommt. Jeder der so einen Hund zuhause hat wird jetzt wehleidig nicken: Diese „Macke“ kann einem das Leben zur Hölle machen. Andere Hundehalter nehmen allzu oft keinerlei Rücksicht und es ist ein Thema an dem man meistens ein Leben lang arbeiten muss. Nun gut, wir vermeiden Hundebegegnungen auf Spaziergängen so gut es geht und trainieren viel.

Klingt ja erstmal gar nicht so schlimm, oder? Und was wenn ich Bella irgendwohin mitnehmen möchte oder muss und es ist ein anderer Hund dabei? Tja, dann hab ich Pech gehabt. Aus einem entspannten Abend wird dann nichts, denn ich muss meine Augen und Ohren immer bei ihr behalten. Angenehm ist das nicht.

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Bella mit ihren Jungs – nach 5 Jahren Training mehr als nur ein Traum. So nah darf sonst keiner heran

Kurz gesagt: ich muss auf so einiges verzichten dank dem felligen Fräulein und es macht mein Leben in vielerlei Hinsicht eine ganze Ecke komplizierter. Versteht mich nicht falsch, es war die richtige Entscheidung Bella zu adoptieren und ich bereue es kein bisschen. Dieser Hund ist mein ganzer Stolz und ich bin unendlich froh sie an meiner Seite zu haben. Trotzdem kann es wahnsinnig anstrengend mit ihr sein und ich hatte schon öfter Momente in denen ich sie am Liebsten auf den Mond katapultiert hätte. Klar ist auf jeden Fall, dass ich auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen bin. Deshalb sollte die gesamte Familie 100% hinter der Entscheidung stehen einen Hund aufzunehmen. Wenn deine Eltern deswegen Bedenken haben, dann ist das durchaus gerechtfertigt. Lass dir das einfach mal durch den Kopf gehen: Wie stellst du dir die Zukunft mit deinem Hund vor? Und ist das realistisch?!

So, ich bin jetzt auch fertig mit meiner Gardinenpredigt. Denn bei allem Übel und all der Extraarbeit die ich dank Bella habe, muss auch mal gesagt werden, dass es auch nicht unmöglich ist mit Hund zu studieren. Da gibt es auch jede Menge Positivbeispiele. Man muss sich eben nur darüber bewusst sein, dass ein Hund einen teilweise sehr einschränken kann. Ich für meinen Teil brauche momentan Unterstützung von meinen Eltern, aber wenn mein Stundenplan es hergibt wird sie auch mit mir gemeinsam ausziehen. Und darüber bin ich sehr froh!

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3 thoughts on “Studium mit Hund – warum Hundehaltung als junger Mensch nicht immer ein Zuckerschlecken ist

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