Dicker Hund – und nun?

Bevor ich nach Amerika gekommen bin, habe und musste ich mich nie wirklich mit übergewichtigen Hunden auseinander setzen. Wieso auch, Lotta war schließlich rank und schlank und die Hunde von Nachbarn auch immer relativ. Bella hat aber nun ungefähr das Doppelte an Gewicht, was sie eigentlich haben sollte. Klingt erstaunlich, aber ist wahr. Sie hat gute 20kg und das auf gerade mal 40cm verteilt, eine Taille ist da nur Wunschdenken…

Wie das passieren konnte? Sie hat 24/7 Futter zur Verfügung, hat außer dem wirklich großen Garten auch keinen Auslauf, es kommen also ständig Kalorien drauf aber nicht herunter.

Letztens habe ich schon etwas zum Thema Sport mit Hund geschrieben, diesmal gibt es aber wirkliche Abnehmtipps, denn auch ich habe vor, dass Bella etwas Gewicht verliert!

Ab wann ist mein Hund überhaupt zu dick?

Man sollte die Rippen ohne Druck leicht spüren können, wenn man über den Brustkorb streicht. Stehen sie arg raus, ist der Hund eher zu dünn, ist eine dicke Speckschicht darüber oder kann man die Rippen nur mit viel Druck spüren, ist der Hund deutlich zu dick.gewichts-tabelle-hund-web

Quelle: http://www.hund-unterwegs.de/hunde-blog/das-perfekte-hundegewicht-ist-mein-hund-zu-dick-zu-duenn-oder-genau-richtig/

Von oben sollte eine Taille deutlich erkennbar sein und von der Seite sollte der Bauch einen „Tuck up“ aufweisen, also nicht gerade verlaufen, sondern sich nach oben wölben

  1. Das Futter

Das Futter ist fast immer eine der Ursachen für Übergewicht und da wird auch fast immer zuerst angesetzt, wenn man den Hund abnehmen lassen will. Es gibt Diätfutter, Futter mit wenig Fett, Futter für kastrierte Hunde, für „zu Übergewicht neigenden Hunden“, für alles. Meist macht zumindest ein Diätfutter aber keinen Sinn, denn anstatt des hochwertigen Fleisches (sofern man hochwertig sprechen kann) sind oft minderwertige „Füller“, wie Reis oder Soja, enthalten. Anstatt Gewicht zu verlieren, nimmt der Hund aber oft sogar zu oder behält das Gewicht, denn Kohlenhydrate sind nichts anderes als lange Zuckerketten. Denkt man an Zucker, denkt man bestimmt nicht ans Abnehmen. Nicht umsonst gibt es im Moment den Low Carb oder gar No Carb Trend! Also, wenn man am Futter etwas ändern möchte, macht es Sinn getreidefreies Futter zu kaufen, wenn man nicht gleich auf BARF umsteigt, und nicht zu Diätfuttern zu greifen. Normales Futter reicht vollkommen aus, man sollte davon allerdings weniger füttern! Man sollte von dem normalen Futter natürlich weniger füttern, guckt man auf die Empfehlung, dann reichen meist ¾ der Angabe, manchmal noch weniger. Damit muss man ein wenig herum spielen.
Jemand, der sagt, dass der Hund dann aber nicht satt wird, dem kann widersprochen werden. Hunde haben kein richtiges Saettigunggefuehl wie der Mensch, sie merken, wenn der Magen voll ist, fühlen sich aber nicht sofort „satt“. Das passiert erst, wenn die Nährstoffe den Kreislauf erreichen, denn das Saettigunggefuehl von Hunden passiert tatsächlich meist im Kopf statt. Hat ein Hund alle wichtigen Nährstoffe, die er gerade braucht, im Blut, so fühlt er ein sich satt.

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Lotta bekommt einmal am Tag etwas zu fressen und Leckerlis beim Gassi

Das ist beim Menschen übrigens ähnlich, da sind es die Heißhungerattacken, die uns sagen, dass etwas fehlt! Merkt man also, dass der Hund partout nicht satt wird, sollte man nach einem anderen Futter gucken, einem, wo passende Inhaltsstoffe enthalten sind. Oft kann man damit das Problem lösen Wird der Hund immer noch nicht satt, dann kann es wirklich daran liegen, dass er drastisch zu wenig Futter bekommt, da sollte man das Futter langsam hochschrauben, bis der Hund zufrieden scheint.

  1. Die Leckerlis

Leckerlis sollten bei einer Diät so gering wie möglich gehalten werden. Kann man nicht auf sie verzichten, so wie ich bei Lotti nicht könnte, dann empfehlen sich natürlich kalorienarme Leckerlis Man kann auf handelsübliche Leckerli zurückgreifen, oder, wie wir es zu Trockenfutterzeiten gehandhabt haben, einfach morgens das Futter abwiegen und in einen Teil in den Leckerliebeutel stecken, schon hat man sich unnötige Kalorien gespart.

Natürlich kann man auch selber Leckerli machen oder einfach rohes Fleisch (so fettarm wie möglich, Kaninchen, Huhn oder Pferd wäre ein Beispiel) nehmen oder, wenn der Hund es mag, Gemüse nehmen. Obst hat oft einen hohen Anteil an Fruchtzucker, kann dadurch auch bei großen Mengen kontraproduktiv sein.

Denkt dran, ein paar Leckerli werden nicht schaden, denn die Menge macht das Gift!

  1. Gassi

Die Auslastung, auch etwas ganz wichtiges. Besonders dicke Hunde neigen zu Arthrose, HD, ED und sämtlichen anderen Gelenkerkrankungen. Weiß man, dass der Hund davon betroffen ist, sollte man vorsichtig sein und die Hunde eher im schlanken Typ stehen lassen, denn jedes Gramm zu viel bedeutet extra Schmerzen. Oft haben die Hunde auch keine große Lust Gassi zu gehen oder schaffen es einfach nicht, da hilft nur radikal abnehmen lassen und wenn möglich schwimmen gehen. Schwimmen ist enorm gelenkschonend und ein tolles Workout, sämtliche Muskelgruppen werden beansprucht, ohne dass es dem Hund wehtut! Hat der Hund Kondition und Muskeln aufgebaut und Gewicht verloren, kann man auch mit etwas längeren Gassirunden anfangen, je nach dem, wie der Hund Spaß hat.

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Lottas Tuck-up sollte klarer zu erkennen sein, daran werden wir auch arbeiten, wenn ich wieder zuhause bin

Ist der Hund gesund und dick, sollte man die Gassirunden einfach länger ausfallen lassen und schneller absolvieren, nicht joggen, aber zügig gehen. Berg auf und Berg ab sind auch super Möglichkeiten, die Pfunde purzeln zu lassen, genauso wie querfeldein über Stock und Stein zu gehen.

Übrigens haben wir Bella die letzten Tage mit auf einen Campingtrip genommen und waren am Sonntag auch lange spazieren (bzw. nur eine Stunde) und Bella schläft bis heute noch, die ist total erschöpft, weil sie es nicht kennt.

Hat man einen Hund wie Bella, der nicht gerne Gassi geht und es langweilig findet, kann es helfen mit anderen Hundehaltern spazieren zu gehen, dass der Hund toben kann, neue Strecken auszuprobieren und Spielzeuge mitzunehmen, damit kann man zwischendurch spielen und den Hund motivieren, vorausgesetzt der Hund mag Spielzeuge.

Dicke Hunde sind ein großes Problem. Sie haben oft mit Krankheiten wie Arthrose, HD oder Diabetes zu kämpfen, ähnliche Erkrankung wie auch übergewichtige Menschen haben.
Der Hund kann sich nicht selber dazu entscheiden, abzunehmen, sie fressen bis der Magen voll ist und laufen auch nicht unbedingt, wenn sie es nicht möchten Wir haben die Verantwortung für unsere Hunde zu sorgen und uns um sie zu kümmern, so steht es im Tierschutzgesetz, dazu zählt auch sie vor Krankheiten zu schützen, und wenn das heißt, den Hund abnehmen zu lassen!

Paula

  • 15.03.2016
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One thought on “Dicker Hund – und nun?

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