Wieso nicht gleich hier bleiben?

Nachdem es jetzt langsam aber sicher auf das Ende meines Auslandsjahres zugeht werde ich ganz oft gefragt, ob ich nicht vielleicht doch in Amerika bleiben möchte
Ganz spontan kann ich das immer gar nicht beantworten, denn einerseits vermisse ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland schon, aber dann denke ich an die Familie und die Freunde hier in Amerika und daran, dass mir nur noch gute 3 Monate mit denen bleiben… Besonders werde ich die Schule hier vermissen, das hört sich im ersten Moment komisch an, aber sie ist so viel einfacher als in Deutschland und ich bin ein totaler Fan des School Spirits! Schulkleidung, Mottotage, Fundraising, das alles gibt es bei uns in dem Umfang gar nicht!

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Der Swine week countdown ging schon am ersten Schultag los, damals stand da noch eine 1 ganz vorne!

Die Woche vor den Osterferien haben wir „Swine Week“, eine ganze Woche nur für Fundraising, aber eigentlich hat das schon nach den Winterferien angefangen, denn es werden Cookie Dough Balls verkauft, Hockeypucks (Rezept steht unten) und Spicy Pretzels (Rezept ebenfalls unten), je für 1$ und der ganze Gewinn geht an eine gemeinnützige Organisation, letztes Jahr sind durch Swine Week 701 000$ gespendet wurden! Zusätzlich gibt es auch T-Shirts zu kaufen, Sticker, Stifte und mehr, auch davon wird der Gewinn gespendet. In der eigentlichen Swine Week gibt es jeden Tag „Assemblies“, also Versammlungen, mit Spielen und Ankündigungen etc. Die sind während der eigentlich Schulzeit, kosten aber Eintritt, zwischen $5 und $15 jeden Tag, je nach dem wie lange die Assembly ist und was gemacht wird.

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Auch die Marching Band spielt bei den Assemblies

Auch der Eintritt wird gespendet. Ich finde, so etwas sollte es in Deutschland auch geben, Essen für einen guten Zweck verkaufen (und das über mehrere Wochen hinweg!) bringt bestimmt auch in Deutschland viel Geld ein, aber oft sehen es viele Schulen nicht ein, etwas ähnliches auf die Beine zu stellen…
Obwohl ich gerne hier bleiben möchte, ist das Leben in Amerika als Teenager ganz schön teuer. Für mich geht es, weil ich nur Austauschschülerin bin, aber „echte“ Amerikaner in meinem Alter gehen fast alle arbeiten, ob bei Walmart an der Kasse, in Videoverleih oder als Regalauffüller, man muss sich sein Geld erarbeiten, Taschengeld wie wir es kennen gibt es gar nicht. Nicht arbeiten gehen funktioniert aber auch nicht, denn man muss sein Auto und den Sprit schließlich irgendwie finanzieren. In Amerika darf man schon mit 16 Jahren Autofahren, dementsprechend haben ganz fast alle Juniors schon ein Auto und fahren selber zur Schule, sind natürlich auch ungebundener und müssen nicht auf die Eltern warten zum Abholen oder wenn man einen Ausflug macht und später als erwartet zurück kommt. Finde ich total entspannt und gut, leider geht das in Deutschland nicht.

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Auch zu den Football-Spielen kann man mit einem eigenen Auto fahren, es wird sogar erwartet!

Würde ich in Amerika bleiben, würde ich natürlich auch hier zur Uni gehen. Das Problem ist, dass Uni in Amerika schweineteuer ist, man muss sehr hohe Studiengebühren zahlen und die Unterkunft auf dem Campus ist auch oft deutlich teurer als in Deutschland. Mindestkosten pro Jahr für ein öffentliches College fangen bei 6000$ an, 3000$ pro Semester, was eine ganze Stange Geld ist.
Andererseits wäre es schon echt cool, in den Staaten zu bleiben, denn dann hätte ich mal eben zwei Schuljahre übersprungen und wäre nach der 10. Klasse in Deutschland in die 12. Klasse in Amerika gekommen und dann auf die Universität! Bin ich wieder in Deutschland muss ich die 11. Klasse „wiederholen“, mache dann mein Abitur und werde dann endlich studieren können! Ich bin mir mittlerweile fast komplett sicher, dass ich Tiermedizin studieren werden, denn das ist einfach ein Studium, was mir persönlich total interessant erscheint und ich denke mir, dass ich später auf lange Sicht gesehen viel Spaß in meinem Job haben werde!
Besonders Walmart werde ich total vermissen, genauso wie die ganzen amerikanischen Fast Food Restaurants, wie Sonic, KFC (es schmeckt hier einfach anders!) und vor allem Taco Bell, genauso aber „normale“ Restaurants wie IHOP oder Ted’s, gutes mexikanisches Essen in Deutschland ist so einfach zu finden wie die Nadel im Heuhaufen.

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Thanksgivingessen – Truthahn, „Stuffing“, Kartoffelbrei mit Sauce und Green Bean Casserole

Generell ist das Essen in Amerika ganz anders, nicht unbedingt besser oder schlechter, sondern anders. Es gibt einige Gerichte, davon könnte ich nie genug bekommen, zum Beispiel Frito Chili Pie, so lecker! Oder Thanksgivingessen, unheimlich lecker! Natürlich gibt es auch Sachen, die ich einfach nicht gerne mag, zum Beispiel macht meine Gastmutter ab und an ein Nudelgericht, was nicht allzu lecker ist, oder eine Brokkoli-Käse Suppe, das ist einfach nicht meins, aber dann esse ich einen Tag mal etwas weniger und esse dafür den nächsten Tag mehr 😉
Die Pflegeprodukte hier sind deutlich günstiger, ich habe eine neue Haarspülung gekauft, die gerade mal die Hälfte gekostet hat, von dem was sie in Deutschland gekostet hätte!

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ogx Sensually Soft conditioner – der Geruch erinnert mich ein bisschen an eines der Justin Bieber Parfums!

Meine neue Lieblingsspülung, sie enthält zwar Silikone, die nicht gut für das Haar sind, aber ich bekomme einfach nicht genug von dem Geruch, würde es davon ein Parfüm geben, würde ich es mir sofort kaufen!
Ob man es glaubt oder nicht, aber ich werde die Kirche enorm vermissen! Zusammen mit Freunden Zeit zu verbringen und mit denen zu beten macht einfach viel Spaß, ob man es glaubt oder nicht! Zuhause bin ich eigentlich gar kein Kirchengänger, aber Kirche in Amerika ist einfach ganz ganz anders und macht mir unheimlich Spaß! Nächstes Wochenende fahre ich wieder auf Retreat, eine Art Kirchenfahrt. Wir werden in ein Camp fahren, was ca. 40 Min. von mir zuhause entfernt ist und werden Freitag, Samstag und Sonntag etwas in der Bibel lesen, viel beten, ganz viel singen aber auch viel Freizeit haben, um Football zu spielen. Ich war im Herbst schon mit denen dort im Camp und es hat mir wirklich gut gefallen, so dass ich dieses Mal auch wieder mitfahren werde. Ausserdem habe ich sogar überlegt, auf Mission Trip zu fahren, eine Woche nur kochen, abwaschen und anderen behilflich sein, und dass in den Ferien! In der Zeit sind wir aber gerade mit der Familie campen, also wird das nichts.

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Die Geburtstagskuchen hier sehen echt kreativ aus!

Natürlich ist mir klar, dass ich nicht hier bleiben werde und wieder nach Hause fahren werde, denn Zuhause ist es immer noch am Schönsten (und ich habe es meinen Eltern versprochen :D)
Ich freue mich jetzt auch schön auf Zuhause, denn ich kann es kaum noch abwarten, endlich meine Freunde wiederzusehen und vor allem auch Lotta! 10 Monate ohne eigenen Hund sind schwieriger als man es sich vorstellt!

Hockeypuck

Was man braucht:
Eine Packung Oreos
Keksteig (entweder fertig oder aber selbstgemacht, am Besten schmeckt es mit Schokodrops!)
Viel Kuvertüre

Hockeypucks sind ganz einfach zu machen. Ihr nehmt einen Oreo, wickelt den in Keksteig ein und überzieht das dann mit Kuvertüre Ihr lasst das die Kuvertüre im Kühlschrank trocknen und fertig ist der Hockeypuck!

Spicy Pretzels

Was man braucht:
Knusprige Minibrezeln aus der Tüte
gemahlenen Pfeffer
gemahlenes Chili
Paprikagewürz
oder
fertiges scharfes Gewürz

Spicy Pretzels sind ebenfalls ganz schnell zu machen: Füllt eure Brezeln in eine große Schüssel Mischt in einer kleinen Schüssel euer scharfes Gewürz zusammen, nehmt zwei Teile Pfeffer, einen Teil Chili und zwei Teile Paprikagewürz Mischt es gut durch und probiert es, ihr könnt auch gemahlenen Knoblauch hinzufügen oder was auch immer ihr möchtet Um das Gewürz zu probieren, nehmt ihr eine einzelne Brezel und tunkt sie ein. Wenn es euch schmeckt, dann schüttet ihr das Gewürz über die Brezeln und vermischt es ordentlich.
Denkt dran: Ist es zu scharf, seid ihr zu schwach 😉

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Was ich nicht vermissen werde: Der Umgang mit den Hunden bzw. den Tieren allgemein in den Staaten
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2 thoughts on “Wieso nicht gleich hier bleiben?

  1. Oh ja, das Leben in den Staaten ist ehrlich recht teuer, wenn man dort lebt. Nicht nur als Teenager, auch als Erwachsener, da dort das gesamte Versicherungsprinzip und Co. ja völlig anders funktioniert. Aber der Spirit ist einfach mal ganz anders, viel freier. Alles größer, heller und lauter. Wenn man darauf steht, dann ist es absolut lebenswert. Ich finde, wenn man als Deutscher in den Staaten ist erscheint einem nichts unmöglich. Ja eigentlich genau das, was einem dort auch vermittelt werden soll.

    Ich wusste gar nicht (Schande über mich, dass ich dich bis dato noch nicht so gezielt verfolgt habe hier), dass du auf Austausch bist. Aber ich finde es klasse, dass du sowas machst. 😉

    Liebste Grüße,
    Claudi

    Gefällt mir

    1. Haha, ich habe es auch gar nicht so großartig auf dem Blog erwähnt 😄 bei mir stand schon so lange fest, dass ich einen Austausch machen möchte, dass auch ein eigener Hund mich in der Entscheidung kein bisschen beeinflusst hat (auch wenn das eventuell ein Hintergedanke meiner Eltern War… 😉)
      Was ich echt toll finde, besonders als Teenager, ist das Autofahren. Ich darf es zwar versicherungstechnisch nicht, aber es ist total entspannt Freunde zu fragen ob sie einen mitnehmen können anstatt den Eltern 😄
      Und das Wetter! Hier in OK ist ja stets Aprilwetter, den einen Tag knapp 30°C und den nächsten in den einstelligen Graden 😄 man freut sich auf jeden neuen Tag 😍
      Liebe Grüße,
      Paula 😊

      Gefällt 1 Person

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