Gastbeitrag – Der Jack Russel Terrier Mix

Wie ihr in letzter Zeit bestimmt schon gemerkt habt, lebt mein Blog gerade von den Gastbeiträgen Natürlich finde ich das einerseits schade, andererseits finde ich das enorme Feedback auch ganz toll! Außerdem habe ich im Moment einfach einiges um die Ohren, es sind nur noch 4 Monate bis ich wieder zuhause bin und ich versuche jetzt so viel wie möglich noch mal herauszuholen und mich mit allen zu treffen, dadurch bin ich fast jeden Tag unterwegs, das möchte ich auch so und das freut mich auch, aber dadurch habe ich nicht so viel Zeit für den Blog, denn einen Blogbeitrag zu schreiben dauert länger als man denkt! Oft kommt es mir vor, als ob ich gerade mal eine Stunde daran sitzen würde, dann schaue ich auf die Uhr und plötzlich sind 3 Stunden um. 3 Stunden, die ich mit meiner Gastfamilie hätte verbringen können, 3 Stunden, die ich mit Freunden hätte verbringen können, 3 Stunden die ich stattdessen alleine (mehr oder weniger, im Wohnzimmer ist man schließlich nie ganz alleine 😉 ) an meinem Computer gesessen habe und für euch geschrieben habe.
Versteht mich nicht falsch, das mag ich, aber ich bin ganz erleichtert, dass ich gerade die ganzen Gastbeiträge habe, die ich dazwischen schieben kann, das nimmt mir so viel Arbeit ab! Ich fange jetzt schon an, neue Beiträge für die letzten 4 Monate in Amerika zu schreiben, immer ein bisschen, dass ich nie länger als eine Stunde am Computer sitze, damit die dann schon (fast) fertig sind und ich mehr Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen kann!
Darum wundert euch nicht, wenn nach den Gastbeiträgen anstatt 3 Mal die Woche nur 2 Mal die Woche neue Posts online kommen, die werden wie gewohnt Montagmorgen kommen und anstatt Mittwoch und Freitag nur noch Donnerstagmorgen. Sobald ich wieder zuhause bin, werde ich das wahrscheinlich beibehalten, weil ich dann in der Oberstufe bin und mich so langsam auf das Abitur vorbereiten muss, da ist zweimal die Woche einfach praktikabler für mich!
Jetzt aber zum eigentlichen Thema, nämlich dem Gastbeitrag!

Hallo, mein Name ist Jasmin und ich bin 14 Jahre alt. Mein Hund ist eine 2 – jährige Jackrussell-Mix Hündin namens Sally, die wir als Welpe von einem “ Züchter“ gekauft, oder besser gesagt, gerettet haben.
Bei den Vermehrern (als etwas anderes lässt sich das nicht bezeichnen)sc_0529.jpg handelt es sich nämlich eigentlich um profitgierige Tierquäler, die ihre 3 Hunde ( 1 Rüde, 2 Hündinnen ) fast den ganzen Tag  in einem winzigen Schuppen ( ca. 5-6 Quadratmeter, nicht größer ) einsperren. Außer die Hündinnen sind trächtig – und das ist jede etwa 2x im Jahr – dann kommt sie in einen separaten Schuppen mit einer strohausgelegten Hütte. Aber auch das erst, wenn die Welpen bereits auf der Welt sind.
Dementsprechend verstört, sozial unverträglich, aggressiv und verängstigt sind die Hündinnen auch, und das färbt sich auch auf die Welpen ab, die in den ersten 8 Wochen bis zur Abgabe nichts anderes außer den kleinen Schuppen und den kaum größeren Garten kennenlernen dürfen.

Warum also haben wir uns trotzdem für einen solchen Hund entschieden? Der Grund war einfach : durch Zufall hat mein Opa vom Züchter von einem kleinem, noch namenlosem, Welpen erfahren, den sie “ tot machen“ wollten, da die Mutter 5 Welpen hatte und nur 4 Zitzen, die Milch gaben. Und dieser kleine Welpe war unsere Sally. Mein Opa bestand natürlich darauf, sich den Welpen anzusehen. Da stand eigentlich schon fest, dass wir den Welpen nehmen werden, und so besuchten wir Sally regelmäßig. Als ich sie zum ersten Mal sah, brauchte sie eine gute halbe Stunde, um sich schließlich von mir streicheln zu lassen und langsam vertrauen zu mir zu fassen. Und sofort blühte sie auf. Sie hatte wahrscheinlich noch nie in ihrem kurzen Leben so viel Liebe erfahren, war dementsprechend ganz außer sich – der kleine Schwanz glich einem Propeller, sie quiekte vor Freude und leckte meine Hand ununterbrochen. Dabei hielt sie ihre Geschwister schön auf Abstand, teilen wollte sie mich nicht :’D (etwas, was sich bis heute nicht geändert hat 😀 )
Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich.dsc_6487-45.jpg
Daher bereue ich es keine Sekunde lang, Sally damals vor etwas mehr als zwei Jahren von dort gerettet zu haben – aber ich muss dazu sagen, dass ich NIEMALS einen (physisch) gesunden Welpen von einem solchen Züchter gekauft hätte. Zumal er bis heute die Welpen als reinrassig verkauft. Und jeder, der Sally sieht, wird zustimmen, dass das eine glatte Lüge war und ist.
(Ich habe nichts gegen Züchter, solange es seriöse Züchter sind)

Trotzdem könnte ich kein weiteres Mal einen Hund vom Züchter nehmen, für mich kommen nur noch Straßen- , Tötungs- oder Tierheimhunde in Frage. Einfach weil diese Hunde genauso liebenswert sind wie jeder andere Hund auch, und dabei meistens sogar “ dankbarer“ als andere Hunde sind.
Außerdem ist es ein unfassbar tolles Gefühl, einem solchen Hund ein neues Leben geschenkt zu haben.
„Einen Hund zu retten, ändert vielleicht nicht die Welt – aber es ändert die ganze Welt für diesen Hund !“

Weiterhin züchte ich weder selbst, noch habe ich es vor.
Es gibt genug heimatlose Hunde, ich muss nicht zu denjenigen gehören, die noch mehr Hunde züchten, obwohl bereits so viele auf ein Zuhause warten. Das machen schon genug andere.dsc_6498-25.jpg

Sally’s Vorzüge & Macken

Sally merkt man den Terrier deutlich an. Sie ist total energetisch, aufgeweckt und verspielt. Durch Gassi gehen allein kann man sie unmöglich auslassen – da müsste man 2 Tage durchweg laufen! Ob Radfahren, Schwimmen, Ball spielen ( stundenlang ), Reizangel, Treibball … Das ist ihr alles relativ egal, sie liebt so ziemlich alles, was mit Bewegung zu tun hat. Einfach rennen, spielen, Hund sein dürfen – das ist ihre Welt.
Auch hat sie einen stark ausgeprägten Jagdtrieb, der sich auch mit Pfeife schwer kontrollieren lässt. Daher muss sie während der Jagdsaison an der Schleppleine bleiben.
Allerdings ist sie nicht nur der aufgeweckte kleine kontaktfreudige Hund, für den die meisten sie halten. Aufgrund ihrer Vorgeschichte haben und hatten wir viele viele Probleme.dsc_6498-9.jpg
Als sie zu uns kam, fraß sie ausschließlich aus der Hand, da sie als Welpe mit der Hand durchgefüttert wurde, um zu überleben. Das mussten wir ihr erst einmal abgewöhnen.
Sie war am Anfang an NICHTS gewöhnt und hatte so ziemlich Angst vor allem. Angst vor Autos, vor dem Staubsauger, vor lauten Geräuschen generell, vor Autofahren, vor der Leine, der Box, dem Napf, … die Liste zog sich ins unendliche. Außerdem ist sie sehr eifersüchtig, teilt weder Futter noch Spielzeug und sie sieht es äußerst ungern wenn ich andere Hunde streichele – etwas, das sie sich wahrscheinlich als Welpe von den anderen Hunden abgeschaut hat.       Mittlerweile haben wir große Fortschritte gemacht – sie freut sich, wenn man die Leine nur in die Hand nimmt; der Napf ist sehr schnell positiv geworden; der Staubsauger wird ignoriert; an der Straße läuft sie ruhig ( wobei wir nicht in der Großstadt wohnen, ich schätze dort wäre sie trotzdem etwas unsicher ); sie liebt Autofahren … und und und.
Nur die Angst vor lauten Geräuschen (wie zum Beispiel an Silvester) und die Eifersucht sind geblieben.dsc_6503-4.jpg
Und ganz besonders eines : sie ist nach wie vor kaum sozialisiert. Sie hat Angst vor Hunden und mittlerweile durch schlechte Erfahrungen auch vor Menschen, was anfangs nicht der Fall war. Besonders große Männer werden – typisch terriermäßig – verbellt. Doch am schlimmsten verhält es sich bei Hunden. Sie ist total unsicher und verängstigt, weiß nicht wie sie sich verhalten soll. Doch ein Terrier zeigt seine Angst nicht. Ein Terrier zieht den Angriff nach vorn vor – und daher wird geknurrt und gebellt was das zeug hält, die Nackenhaare stehen zu Berge und ganz selten werden sogar Zähne gezeigt – das ist allerdings erst zweimal passiert, als sie von riesigen Hunden bedrängt wurde, die die Besitzer nicht im Griff hatten. Beißen würde sie jedoch nie. Einmal wurde gezwickt, doch auch da wurde sie bedrängt und der andere Hund ignorierte alle Warnzeichen, und wurde trotz meiner Bitte an die Besitzerin nicht angeleint.
Diese kleinen aber einschneidenden Vorfälle verbessern ihre Unsicherheit auch nicht gerade.dsc_6504-8.jpg

Dennoch würde ich trotz aller Probleme keinen Hund vom Züchter holen. Denn auch das ist wesensabhängig, ein geretteter Hund ist nämlich keinesfalls zwingend aggressiv – und selbst wenn, auch das kann man trainieren. Es gibt nämlich immer einen Grund für diese Aggressivität. Und dieser Grund muss gefunden & beseitigt werden.
Es gibt so liebe Seelen dort draußen, viele gerettete Hunde sind sogar besser sozialisiert als die meisten Züchterhunde, da sie mit vielen Hunden auf relativ kleinem Raum auskommen müssen, aber natürlich kann auch das Gegenteil der Fall sein.

Wie immer auch vielen Dank an Jasmin, dass sie uns die Fragen so nett beanwortet hat, Sally ist echt ganz niedlich, vor allem mit ihrem Knickohr!

  • 03.02.2016
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