Aus dem Leben gegriffen

Morgens halb zehn in Deutschland…

Morgens einmal schwungvoll aus dem Bett kommen – gelingt mir sogar ab und an mal! Dann dem Lottatier Guten Morgen sagen, schon mal eine Runde kuscheln, Brötchen holen und gemeinsam frühstücken – was gibt es am Wochenende schöneres? Dann schnell duschen, anziehen, Zähne putzen und schon will man die Regenpause und den Sonnenschein nutzen und eine ausgiebige Hunderunde drehen. Also wieder nach unten, mittlerweile hat einen die Motivation aber auch schon wieder ziemlich verlassen. Und was sieht man da? Richtig, einen Welsh Terrier- Kissen-Knoten, der scheinbar nur aus Fell und verschlafend blinzelnen Augen zu bestehen scheint. Kurz Atemüberprüfung, aber ja, es lebt noch. Auch auf Ansprache reagiert man dann. Ein bisschen. Ein winziges bisschen. Na gut, eigentlich reagiert Madam nur mit entnervtem Seufzen. Und dann? Richtig, das Geschirr wird geholt, die Schuhe angezogen, Leckerlies genommen, Leine von der Wand nehmen, den Hund rufen. Und was macht der? Alles, nur nicht kommen! Also Geschirr wieder auf den Boden geschmissen, Schuhe ausgezogen, Leckerlies in die Jackentasche verfrachtet, Leine zurück an die Wand gehängt und ab zum Hundebett. Das Tierchen war in der Zwischenzeit aber wieder schlau! Der hat es sich nämlich erstmal unterm Esstisch gemütlich gemacht, alternativ auch zwischen Sessel und Hocker, beides nicht auf einer angenehmen Höhe bzw angenehm zu erreichen. Also ab auf den Boden. Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder der Hund kommt nun gütig hervor und man kann los oder der Hund haut ab. Generell tritt bei mir nur zweites Szenario auf! Übrigens sieht das ganze anders aus, wenn man Käse oder Wurst in der Hand hat, damit geht alles schnell… Naja, auf jeden Fall hat man dann schon mal den Hund an der Leine, muss sich nun selber wieder überwinden auszugeben, und läuft dann los. Den gelangweilten Blick des Hundes muss man dabei einfach ignorieren, das hört schon wieder auf. Und ja, ich spreche aus Erfahrung.
Hat man dann nach langen Metern das Ziel erreicht, nämlich die Wiese oder die Feldmark, leint man den Hund ENDLICH ab. Und plötzlich wird aus dem müden, gelangweilten Hund ein Raubtier. Und alles ändert sich. Ab nun hat man nämlich die Aufgabe auf zu passen, dass das liebe Hündchen nicht abhaut, nichts frisst, nicht zu weit vorläuft, nicht zu weit zurück hängt, generell dabei ist.
Immerhin freut sich der Hund.
Doch dann geht es zurück. Schon wieder. Jetzt hat der Hund auch wieder den gelangweilten, leicht abwesenden Ausdruck auf dem Gesicht, aber gut, man muss ja zurück. Doch man ist ja schlau! Als Hund hat man ja das Privileg, immer und überall entweder zu schnüffeln oder zu pinkeln. Muss man immerhin nicht allzu schnell nach Hause. Hat auch seine Vorteile. Für den Hund.
Hat man es geschafft und ist zuhause, legt das Geschirr ab, zieht die Schuhe aus, hängt die Leine an die Wand, gibt dem Hund das letzte Leckerlie, ja, sofort, ist wieder Leben in dem Tier. Man selber ist total erschöpft und braucht erst mal einen Mittagsschlaf, so erwartet der Hund nun Beschäftigung, das eben kann man ja nicht als Spaziergang sehen! Nein, jetzt muss entweder Ball gespielt werden, besser noch Frisbee, oder zumindest geschmust. Dass dann auch der aktivste Hund irgendwann einschläft, will niemand zugeben.

  • 14.11.2015

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2 thoughts on “Aus dem Leben gegriffen

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